Welche Inhaltsstoffe darf Hundefutter enthalten?

Es ist allgemein bekannt, dass die Ernährung sich auf die Gesundheit des Hundes auswirkt. Erstklassiges Futter mit qualitativen hochwertigen Inhaltsstoffen fördert die Gesundheit und das Wohlbefinden des Hundes und schenkt ihm ein langes, vitales Leben.

Ausgewogen und nährstoffreich, so soll das ideale Hundefutter sein. Um diese Punkte erfüllen zu können bedarf es jedoch einen gelungenen Mix an

  • Ballaststoffen
  • Eiweißen
  • Fetten
  • Fettsäuren
  • Kohlehydraten
  • Mineralstoffen und
  • Vitaminen

Das Ganze klingt in der Theorie komplizierter als es in der Praxis ist. Eine gute Mischung aus hohem Fleischanteil, Gemüse und weiteren wertvollen Bestandteilen macht die gesunde Ernährung des Hundes einfach. Doch die oftmals umständlich geschriebenen Inhaltsangaben erschweren es, all diese wichtigen Inhaltsstoffe im Hundefutter zu identifizieren. Kompliziert klingende Bezeichnungen und vage Umschreibungen verunsichern viele Hundehalter.

Wo finde ich die wichtigen Inhaltsstoffe in der Inhaltsangabe?

Wer als Hersteller in Deutschland Hundefutter vermarkten möchte, muss auf eines achten: Die Deklaration von Inhaltsstoffen. In der Regel stehen diese eher klein auf der Rückseite der Verpackung. Allerdings ist die Deklaration nicht einheitlich verbreitet. Nach dem Gesetz sind zwei verschiedene Arten der Inhaltsangabe erlaubt: Die geschlossene und die geöffnete Deklaration. Bei der geschlossenen Deklaration werden Inhaltsstoffe unter Überbegriffe zusammengefasst. Im Gegensatz zur offenen Deklaration, die jede Zutat prozentual auflistet. Daher ist es nicht verwunderlich, dass bei der geschlossenen Deklaration manche Inhalte höher wirken, als bei der geöffneten Variante. Obwohl beide sehr ähnliche Zutaten beinhalten.

Zudem wäre die Deklaration des Inhaltes merklich leichter zu verstehen, wenn die Bedeutung mancher kuriosen Bezeichnungen auf Anhieb klar wäre. Übrigens: Unabhängig der Deklarationsvariante wird die Futtermittelanalyse gerne mit dem Standardverfahren der Weender Futtermittelanalyse durchgeführt. Ein Nachteil: Die Werte beziehen sich zunächst auf die Trockenmasse. Dafür wird der Hundenahrung möglichst viel an Feuchtigkeit entzogen.

Hier ist ein kleiner Überblick der gängigsten Begriffe an Inhalten, die enthalten sein dürfen:

Rohasche

Zuerst einmal ist der Begriff Rohasche kein natürlich vorkommender Begriff. Es ist lediglich eine vom Gesetzgeber vorgenommene Namensgebung und gibt den theoretischen Wert aller im Futter vorhandenen Mineralien an. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Kalzium, Phosphor etc.
Mineralien sind ein wichtiger Bestandteil von Hundefutter und sorgen unter anderem für gesunde Organe.

Der Name Rohasche kommt dabei nicht von ungefähr. Um die Mineralwerte zu erhalten, wird das Futter in einem speziellen Ofen bei Temperaturen um 550° C verbrannt, bis die reine Asche übrigbleibt und nicht mehr entzündbar ist (veraschen). In der Asche sind alle tatsächlichen anorganischen Bestandteile, zu denen Kalzium und die anderen Mineralien gehören, übrig. Mit unterschiedlichen Verfahren können die Werte genauer aufgeschlüsselt werden. Sand gehört ebenfalls zu den Mineralien, die mit dem gleichen Verfahren in der Asche nagewiesen werden kann. Häufig entscheiden sich die Hersteller von Hundenahrung für eine prozentuale Angabe unter dem Überbegriff Rohasche.

Idealerweise werden die Rohaschewerte von 10 % im Trockenfutter und 4 % im Nassfutter nicht überschritten. Obwohl Mineralien wichtig für gesunde Organe sind, kann es bei dauerhaftem hohen Konsum die Nieren sehr belasten.

Merke:
Rohasche = Mineralien

Rohfaser

Auch dieser Begriff stammt aus der Feder der Gesetzgebung und bezeichnet den hypothetischen Wert aller im Futter vorhandenen unverdaulichen Pflanzenfasern. Rohfasern dürfen allerdings nicht pauschal als Ballaststoffe abgetan werden. Auch wenn beides über Obst und Gemüse aufgenommen werden. Denn die Rohfasern setzen sich aus Zellulose, Hemizellulosen und Lignin zusammen. Dagegen bestehen Ballaststoffen nur zu geringen Teilen aus Zellulose.

Der Hund sollte im täglichen Bedarf einen Rohfaseranteil zwischen 0,2% und 1% über das Nassfutter oder 1% bis 3,5% über das Trockenfutter aufnehmen. Mehr ist nicht sinnvoll.

Rohfasern gelten als Unverdaulich. Dennoch sind die Fasern wichtig. Die Verdauung wird angeregt, die Darmflora ausgeglichen, der Kot weich gehalten. Eine überschrittene Rohfasermenge macht sich zügig bemerkbar. Aromatische Blähungen und sehr weicher Stuhlgang sind die Folge.

Merke:
Rohfaser = Zellulose (Ballaststoffe), Hemizellulosen, Lignin

Fettgehalt

Dann wäre da noch das Wort Fettgehalt. Und, man ahnt es schon, auch dieser Begriff ist eine vom Gesetz vorgeschriebene Bezeichnung. Sie umfasst die im Hundefutter beinhalteten Fette. Und zwar alle, tierischen wie auch pflanzlichen Ursprungs wie z. B. auch die wertvollen Omega-3-Fettsäuren und Omega-6-Fettsäuren.

Fette fungieren im Körper als Hauptenergielieferant und leistet nebenbei die Aufgabe als Geschmacksverbesserer. Zusätzlich wird mit der Aufnahme von Fetten dafür gesorgt, dass Vitamine, die sich nur in Fetten lösen, besser aufgenommen werden.

Insgesamt gehören mindestens 5% Fett zur Energiegewinnung in die Hundenahrung. Je nach Bedarf und Gesundheit des Hundes kann der Fettgehalt erhöht werden.

Merke:
Fettgehalt = Fett, Fettsäuren

Rohprotein

Protein ist nichts anderes als Eiweiß. Und dieses wird unter anderem zur Gewebeneubildung benötigt. Und Rohprotein? Ein Begriff, für alle stickstoffhaltigen Verbindungen im Hundefutter. So werden ebenfalls Bestandteile erfasst, die dem bekannten Eiweiß ähnlich sind, zum Beispiel freie Aminosäuren, Peptide und Alkaloide.

Rohprotein ist ein wichtiger Bestandteil. Ist es doch ein wichtiger Bestandteil zur Erneuerung von körpereigenen Zellen. Die empfohlene Mindestmenge liegt daher bei 8% im Nassfutter und 20% im Trockenfutter.

Merke:
Rohprotein = Eiweiß, freie Aminosäuren, Peptide und Alkaloide

Was sonst noch wichtig ist

Vitamine

Vitamine sind für den Stoffwechsel unerlässlich und unterstützen dabei z. B. das Wachstum. Vitaminmangel kann schwerwiegende Folgen für den Hund nach sich ziehen. Da der Körper des Vierbeiners nicht alle Vitamine selbst herstellen kann, ich es wichtig, manche Vitamine über das Futter zuzuführen, so beispielsweise Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E sowie einige B-Vitamine wie Folsäure und Biotin.

Was nicht ins Hundefutter gehört

Auch gibt es Stoffe, welche nicht ins Hundefutter gehören. Dies sind unter anderem

  • Getreide
  • Soja
  • Milchprodukte und Molkereierzeugnisse
  • Zucker
  • künstliche Farbstoffe
  • künstliche Aromastoffe

Getreide gilt als Auslöser von Allergien und Futtermittelunverträglichkeiten, die es zu erkennen gilt (weitere Informationen gibt es hier). E-Nummern sind ebenfalls mit Vorsicht zu genießen, da sich dahinter gerne Appetitanreger, Konservierungsmittel oder Lockstoffe verbergen. Daher ist bei E-Nummern in der Inhaltsangabe in der Regel Misstrauen zu empfehlen.

Milchprodukte und Molkereierzeugnisse sind Nahrungsmittel, über die viel Unklarheit existiert. Im Beitrag „Darf ein Hund Milch trinken?“ gibt es mehr Wissenswertes.

Nebenerzeugnisse
Manche Nebenerzeugnisse wie z. B. pflanzlicher Herkunft wie Rübentrockenschnitzel etc. sind unbedenklich. Doch bei tierischen Nebenerzeugnissen sollte auf Lebensmittel-Qualität geachtet werden.

Die angegebenen Werte der Inhaltsstoffe dienen lediglich zur Orientierung. Jeder Hund reagiert anders auf eine Zusammensetzung. Im Zweifelsfall ist der Tierarzt des Vertrauens oder geschultes Tierfachpersonal zu befragen.