Was tun wenn der Hund kotzt?

Gesunde Hunde sind fit und vital. Sie bewegen sich gerne und fressen gut. Zeigt der Hund allerdings Verdauungsbeschwerden, sollten Hundebesitzer aufmerksam werden. Oft steckt nichts anderes als ein kurzes Unwohlsein dahinter. Manchmal können Verdauungsbeschwerden wie Durchfall, Verstopfung oder Erbrechen aber auch ein Zeichen dafür sein, dass der Hund ein gravierendes gesundheitliches Problem aufweist. In diesem Fall kann es entscheidend sein, sofort zu reagieren, um dem Hund größeres Leid zu ersparen. Manchmal können Hundehalter ihrem Liebling mit raschem Eingreifen bei Verdauungsbeschwerden sogar das Leben retten. Jeder Hundehalter sollte daher gut über die Symptome und eventuellen Folgen Bescheid wissen, um im Ernstfall richtig reagieren zu können. Gerade wenn der Hund sich übergibt, sollte man einschätzen können, wie dem Tier rasch und gut geholfen werden kann.

arum kotzen Hunde

Hunde übergeben sich aus den verschiedensten Gründen. Es handelt sich bei Erbrechen um eine spezielle Reaktion des Körpers. Er möchte sich durch das Übergeben reinigen und toxische Substanzen, Fremdkörper oder Parasiten loswerden. Manche Hunde neigen eher dazu sich zu erbrechen als andere. Das ist genau so wie bei den Menschen. Andere Hunde dagegen kotzen so gut wie nie. Für den Hundehalter kann es ganz schön erschreckend aussehen, wenn der Hund beginnt, sich zu verkrampfen und kotzt. Doch es sieht in der Regel deutlich bedrohlicher aus, als es in Wirklichkeit ist. Dennoch sollte das Tier gut beobachtet werden und das Erbrochene genauer unter die Lupe genommen werden. Das ist zwar manchmal ganz schön eklig, sorgt aber dafür, dass man gewisse Gegebenheiten ausschließen kann. Ernst zu nehmen ist auch der bloße Versuch des Hundes sich zu erbrechen. Generell gesehen kann zwischen akutem und chronischem Erbrechen unterschieden werden. Akut ist Erbrechen dann, wenn es plötzlich auftritt. Chronisch ist es dann, wenn es in regelmäßigen Abständen immer wieder auftritt. In den meisten Fällen liegt dem eine Erkrankung zugrunde.

Akutes Erbrechen

In vielen Fällen beginnt der Hund sich zu erbrechen, wenn er etwas gefressen hat, das er nicht verträgt oder ihm nicht gut tut. Dieses Verhalten ist etwa beim Verschlucken eines Fremdkörpers der Fall. Hunde schlucken Fremdkörper natürlich nicht absichtlich. Wenn es jedoch passiert, versucht er nicht selten, ihn sofort wieder loszuwerden. Der Hund beginnt daher zu würgen, spuckt Schaum und eventuell auch Teile des verschluckten Körpers. In diesem Fall sollte der Hund zuerst beruhigt werden. Mit viel Glück kann der Hund den Fremdkörper auf diese Weise wieder loswerden. Keinesfalls darf beim Hund Erbrechen ausgelöst werden. Es droht Erstickungsgefahr, wenn der Fremdkörper beim Hochwürgen stecken bleibt. Wenn es sicher ist, dass der Hund einen Fremdkörper geschluckt hat, kann man ihm sofort als Erste Hilfe Maßnahme Sauerkraut verabreichen. Dieses sollte vorab gut gewässert werden und mit Joghurt oder ein wenig Sahne für den Hund verbessert werden. Das Sauerkraut legt sich im Magen-Darm-Trakt um das verschluckte Teil. Dadurch kann der Hund es leichter ausscheiden. Sollte der Fremdkörper nicht innerhalb der nächsten 48 Stunden wieder erscheinen, muss der Tierarzt helfen. Vorsorglich sollten alle Spielzeugteile sicher aufbewahrt und nach dem Spielen stets auf Vollständigkeit kontrolliert werden. Verzehrt der Hund Knochen oder Kauartikel, ist es sinnvoll ihn dabei im Auge zu behalten.

Hund erbricht sich beim Autofahren

Ebenso wie beim Menschen, gibt es auch bei Hunden Exemplare, die das Autofahren nicht vertragen. Sie beginnen zu winseln, zu jammern, bellen, sind unruhig und kotzen im Ernstfall das ganze Auto voll. Für viele Hundehalter ist das ein Horrorszenario, macht es doch Ausflugs- oder Urlaubsfahrten zu einer wahren Tortur oder gar unmöglich. Hier helfen nur Geduld und Verständnis. Nie darf mit dem Vierbeiner geschimpft werden. Das würde die Situation nur verschärfen. Erbricht der Hund, sollte man unbedingt eine Pause machen und das Tier beruhigen. Mit homöopathischen Mitteln kann kurzfristig eine Besserung erreicht werden. Bewährt haben sich hier Cocculus oder Nux Vomica. Wer weiß, dass sein Tier beim Autofahren kotzen muss, der kann aber bereits vorbeugend helfen. Der Hund sollte in erster Linie an das Auto gewöhnt werden. Er muss sich wohlfühlen und darf keine Angst haben. Der Hund muss im Auto gut gesichert sein. Dennoch sollte man einen Platz wählen, wo sich das Tier wohlfühlt und vielleicht auch jemand neben ihm sitzen kann. Auf keinen Fall sollte der Hund kurz vor einer Autofahrt fressen. Homöopathie kann bereits vor der Fahrt gegeben werden. Auch Bachblüten sind eine gute Wahl. In hartnäckigen Fällen kann der Tierarzt spezielle Pharmazeutika gegen Reisekrankheit verabreichen.

Erbrechen aus anderen Gründen

Erbricht der Hund ohne ersichtlichen Grund, muss man als Hundehalter versuchen, diesen herauszufinden. Vielleicht hat der Hund einen Futterwechsel hinter sich oder zu kaltes oder zu warmes Futter gefressen. Manche Hunde erbrechen während der Läufigkeit vermehrt oder reagieren nach einer Kastration stark. Zu rasches Hinunterschlingen des Futters kann ebenso dazu führen, dass das Tier kotzt. Plötzliches und unerklärliches Erbrechen kann auch auf Stress oder Angst hindeuten. Auch ein Sonnenstich ist ein Grund für den Hund, sich zu übergeben. Hundehalter sollten bei akut auftretendem Erbrechen den Hund gut beobachten. Ist er unruhig, hat er noch andere Symptome, hat er Fieber, frisst er normal, wie sieht der Kot aus? Vorab kann der Hund kurzzeitig auf Null-Diät gesetzt werden. Erbricht er während der nächsten Stunden nicht, darf er etwas Schonkost zu sich nehmen. Das kann etwa ein wenig Reis mit gegartem Hühnerfleisch sein. Wenn der Hund sich nicht mehr übergibt, kann dann zu normalem Futter übergegangen werden.

Was tun, wenn der Hund kotzt?

Karottensuppe kann helfen

Zusätzlich können homöopathische Mittel oder auch Käsepappeltee helfen, den Brechreiz beim Hund zu lindern. Ebenso hilfreich ist die Morosche Karottensuppe. Diese Suppe wirkt wie Antibiotika und sorgt dafür, dass sich Keime oder Bakterien nicht an die Schleimhäute des Verdauungstraktes anheften können. So werden sie einfach mit der Suppe ausgeschieden. Für dieses Hausmittel nimmt man etwa 500 Gramm Karotten und zerkleinert sie. Danach kocht man diese in gut eineinhalb Liter Wasser etwa eineinhalb Stunden lang. Danach das Ganze pürieren und mit einem Liter Wasser und 3 Gramm Salz fertigstellen. Dem Hund portionsweise verabreichen. Bleibt das Erbrechen trotz aller Bemühungen bestehen, muss der Tierarzt abklären, ob eine Erkrankung vorliegt.

Der Hund versucht sich zu erbrechen

Manchmal kommt es vor, dass ein Hund würgt, sich verkrampft und versucht sich zu erbrechen. Sind diese Versuche ohne Erfolg und liegt die Mahlzeit erst kurze Zeit zurück, sollte an eine Magendrehung gedacht werden. In diesem Fall dreht sich der Magen um die eigene Achse und schnürt dabei Magenein- und ausgang sowie die Blutgefäße ab. Es handelt sich hier um einen akuten Notfall, bei dem es um Minuten gehen kann. Der Hund sollte so rasch wie möglich zum nächstgelegenen Tierarzt gebracht werden. Bestätigt sich der Verdacht, hilft nur mehr eine Notoperation.

Chronisches Erbrechen

Erbricht sich der Hund immer wieder über einen längeren Zeitraum hinweg, kann es sich um Entzündungen im Verdauungstrakt handeln. Das kann ein Magengeschwür, eine Magenschleimhautentzündung oder aber auch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung sein. Ein Parasitenbefall des Hundes kann ebenso zu vermehrtem Erbrechen führen wie eine Herz- oder Nierenerkrankung. Besonders häufig wird Erbrechen bei den typischen Infektionskrankheiten wie Leptospirose, Parvovirose oder Leishmaniose beobachtet. In all diesen Fällen kann das Erbrechen nicht einfach abgestellt werden, ohne die Grunderkrankung zu heilen. Das ist oft nicht einfach, denn Erbrechen ist lediglich ein Symptom, das auf viele verschiedene Erkrankungen zutreffen kann. Kotzt der Hund also öfter und über längere Zeit hinweg, muss der Tierarzt eine Diagnose stellen, um dem Hund helfen zu können.

Wie kann man Erbrechen vorbeugen

Wenn der Hund kotzt, ist der Hundehalter meist im ersten Moment geschockt. Um diesen unangenehmen Moment sowohl für den Hund als auch sein Frauchen oder Herrchen zu vermeiden, kann man einiges zur Vorbeugung tun. Hunde sollten mit hochwertigem und artgerechtem Hundefutter versorgt werden. Ideal ist Futter mit hohem Fleischanteil, ein wenig Obst und Gemüse und hochwertigen Ölen. Klassische Getreidesorten sowie synthetische Zusatzstoffe sollten in gutem und gesundem Hundefutter nicht enthalten sein. Viele dieser Stoffe stehen im Verdacht, Unverträglichkeiten und Allergien hervorzurufen. Auch diese Erkrankungen können für Erbrechen beim Hund sorgen. Futterumstellungen sorgen häufig für Verdauungsbeschwerden. Es ist daher ratsam, diese langsam durchzuführen. Futter nie zu heiß oder zu kalt oder in zu großen Portionen verabreichen.

Der Hund frisst Gras, um Kotzen zu können

Frisst der Hund etwas, das ihm nicht bekommt, beginnt er nicht selten Gras zu fressen. Dieses Verhalten hilft ihm, das Gefressene wieder loszuwerden. Beginnt der Hund also im Garten oder auf dem Spaziergang Gras zu fressen, sollte er das tun dürfen. Zumeist kotzt er kurze Zeit später das Gras mit dem Störfaktor wieder aus und schon geht es dem Vierbeiner besser. Wer einen sensiblen Vierbeiner als Mitbewohner hat, der sollte darauf achten, Stress für ihn möglichst zu vermeiden. Für manche Tiere kann jede kleine Veränderung zu unangenehmen Symptomen führen. Auch hier können die Homöopathie oder Bachblüten helfen. Auch Hunde, die von Parasiten befallen sind, können sich leicht erbrechen. Hunde müssen daher regelmäßig entwurmt und auf Hautparasiten untersucht werden. Wer seinem Tier die Chemie für eine Entwurmung nicht zumuten möchte, der kann auch regelmäßig Kot untersuchen lassen. All diese Maßnahmen können dazu beitragen, dass Hund gesünder lebt und vielleicht seltener kotzt.