Trächtigkeit beim Hund

Was gibt es Schöneres als zu erfahren, dass die Hündin trächtig ist und bald eine ganze Menge kleiner Welpen durchs Haus tapsen wird. Nun ja, nicht jede Trächtigkeit ist wirklich gewünscht und auch geplant. Dennoch ist es eine aufregende und schöne Zeit, in der viel passiert. Damit diese Zeit auch für die Hündin angenehm ist und sich die heranwachsenden Welpen gut entwickeln, sollten Hundehalter sich rechtzeitig über alles informieren. Während der Zeit der Trächtigkeit gibt es einiges, auf das zu achten ist und die anstehende Geburt erfordert ebenso ihre Vorbereitung. Nicht zu vergessen, sich Gedanken zu machen, was mit den Jungen passiert, wenn sie alt genug sind, um das Haus verlassen zu können. Natürlich bergen Trächtigkeit und Geburt auch immer gewisse Risiken. Darum ist es hilfreich genau über die Umstände Bescheid zu wissen, um im Notfall sofort eingreifen zu können.

Die Hündin muss gesund sein

Wenn ein Wurf geplant wird, ist vor allem die Gesundheit des Muttertiers von großer Bedeutung. Die Hündin sollte die der Rasse entsprechende Zuchtreife erreicht haben. Das ist von Rasse zu Rasse verschieden. Hier ist es besser zuzuwarten, als die Hündin zu früh decken zu lassen. Die Hündin darf allerdings auch noch nicht zu alt sein. Sie muss körperlich und geistig fit sein. Auch das Gewicht sollte der Rasse entsprechen. Ist die Hündin zu dünn, muss sie erst auf Normalgewicht gebracht werden. Trächtigkeit ist für die Hündin eine anstrengende Zeit, in der sie viel Kraft benötigt. Andererseits ist auch Übergewicht keinesfalls hilfreich. Tiere, die übergewichtig sind, sind meist behäbig, haben Atemprobleme und Schwierigkeiten mit den Gelenken. Das alles wäre für eine Trächtigkeit keine gute Ausgangssituation. Des weiteren ist darauf zu achten, dass der Zeitabstand zur vorangegangenen Trächtigkeit groß genug ist und die Hündin sich schon wieder geistig und körperlich von den Strapazen erholt hat. Wer einen Wurf plant, sollte die Hündin daher sicherheitshalber immer dem Tierarzt vorstellen und abklären lassen, ob der Zeitpunkt und der Gesundheitszustand passen. Das gilt insbesondere dann, wenn wichtige Impfungen oder eine Entwurmung anstehen oder die Hündin regelmäßig Medikamente nehmen muss. Bestimmte Wirkstoffe können die Befruchtung verhindern und sich negativ auf die Entwicklung der ungeborenen Welpen auswirken.

Die Läufigkeit

Ist soweit alles abgeklärt, gilt es nur mehr auf die Läufigkeit der Hündin zu warten. Die Läufigkeit ist meist leicht zu erkennen. Die Hündin scheidet ein blutiges Sekret aus und ihr Geruch wirkt auf Rüden unwiderstehlich. Nicht jede Hündin blutet gleich. Bei manchen ist es kaum merkbar, weil sie sich ununterbrochen putzt. Bei anderen ist es unübersehbar und es muss vielleicht sogar mit Einlagen und speziellen Höschen gearbeitet werden. Diese Zeit dauert rund neun Tage, kann aber von Hund zu Hund variieren. Danach beginnt sich der Ausfluss zu verwässern und die fruchtbaren Tage beginnen. Nun ist es an der Zeit, Hündin und Rüden zusammenzubringen. Bevor es richtig zur Sache geht, gibt es auch bei Hunden ein Vorspiel. Die beiden beschnuppern sich, besteigen sich gegenseitig und lernen sich so einfach ein wenig kennen. Wenn die Hündin dann ruhig stehen bleibt, die Rute seitlich stellt und ihr Hinterteil präsentiert, ist es Zeit für den Rüden aufzureiten. Nicht immer funktioniert dies auf Anhieb reibungslos. Während des Aktes schwellen Vagina und Penis derart stark an, dass die beiden Hunde regelrecht ineinander verkeilt sind. Steigt der Hund dann ab, bleiben die Tiere noch eine Weile zusammen. Man spricht hier vom „Hängen“. Sobald sich die Hunde wieder trennen können, ist der Deckakt vollzogen. Hundehalter sollten während des gesamten Deckaktes in Bereitschaft stehen, denn es kann immer wieder zu Verletzungen und Pannen kommen. Das ist vor allem bei unerfahrenen Hündinnen leicht möglich.

Die Trächtigkeit

Ob es zu einer erfolgreichen Befruchtung gekommen ist, kann frühestens nach dem 20. Tag festgestellt werden. Dazu wird der Tierarzt den Hormonspiegel der Hündin messen. Dazu wird er einen Ultraschall durchführen, der das Ergebnis bestätigt. Hier kann er auch gleichzeitig die Wurfgröße feststellen. Dieses Ergebnis ist allerdings noch nicht sicher, da vielleicht nicht alle Welpen gut zu sehen sind. Etwa ab dem 30. Tag kann er die Welpen auch ertasten. Meist gibt es aber zusätzliche Anzeichen, die auf eine Trächtigkeit hindeuten. Rund einen Monat nach dem Deckakt kann es zu Scheidenausfluss kommen. Die Zitzen schwellen an und werden dunkler. Es kann auch Flüssigkeit austreten. Dieses Anschwellen der Zitzen und die austretende Flüssigkeit können jedoch auch bei einer Schweinträchtigkeit auftreten. Zusätzlicher Scheidenausfluss schließt diese aber aus. Auch Hündinnen können während dieser Zeit unter Übelkeit leiden. Hält sich dies in Grenzen, ist es völlig normal. Sollte die Hündin jedoch stark erbrechen und dies über einen längeren Zeitraum hinweg, muss der Tierarzt eingeschaltet werden. Ab der fünften Woche beginnt die Hündin dann an Gewicht zuzulegen und ihr Umfang vergrößert sich merklich. Eine Hündin ist rund 63 Tage lang trächtig. Doch auch eine Trächtigkeit, die nur 57 Tage lang dauert, ist völlig normal. Andere Hunde tragen wiederum länger uns so sind auch 65 Tage im Rahmen. Meist ist diese Zeit auch von der Größe des Wurfes abhängig. So kommen große Würfe eher früher zur Welt als kleine.

 Das sollte man bei trächtigen Hunden beachten. Trächtige Bordeauxdogge.Die Fütterung

Besondere Aufmerksamkeit sollte nun der Ernährung der zukünftigen Hundemutter zukommen. Rund zwei bis drei Wochen dauert es, bis sich die befruchtete Eizelle in der Gebärmutter einnistet. Während dieser ersten Zeit ist eine Futterumstellung nicht notwendig. Die Hündin kann ganz normal mit dem gewohnten Futter versorgt werden. Etwa ab der fünften Woche der Trächtigkeit benötigt sie jedoch andere Nährstoffe. Es reicht jetzt nicht aus, der Hündin einfach mehr Futter zu geben. Sie benötigt spezielles Futter. Dieses sollte rund 30 bis 50 Prozent mehr Energie zuführen. Dazu enthält das Futter idealerweise einen hohen Eiweißanteil. Dieser Anteil sollte aus leicht verdaulichem Eiweiß bestehen. Daneben benötigt die Hündin ausreichend Kohlenhydrate in Form von Obst und Gemüse sowie Fette. Bei den Fetten sind besonders Omega-3-Fettsäuren sehr wichtig. Der Kohlenhydratanteil kann nun etwa 20 Prozent betragen, denn die Hündin benötigt jetzt mehr Energie. Der Fettanteil sollte bei rund 10 Prozent liegen.

Richtig füttern

Während der Trächtigkeit benötigt der Hund mehr Phosphor und Kalzium, was für den Skelettaufbau besonders wichtig ist. Hier ist auf Ausgewogenheit zu achten. Überschuss oder Mangel können Missbildungen bei den Welpen hervorrufen. Beste Voraussetzungen bietet hier klassisches Welpenfutter. Dieses Futter ist im Handel in verschiedenen Varianten, abhängig von Hunderasse und Größe erhältlich und deckt den Nährstoffbedarf der Hündin ideal ab. Damit der Kreislauf der werdenden Mutter nicht zu sehr strapaziert wird, sind drei Mahlzeiten pro Tag anzuraten. Keinesfalls sollten Vitamine oder Mineralstoffe ohne Absprache mit dem Tierarzt zugefüttert werden. Bei einigen Vitaminen kann ein Überschuss zu Missbildungen bei den Ungeborenen führen. Eine Störung im Kalziumhaushalt kann das Muttertier gesundheitlich beeinträchtigen. Auf den Packungen von Welpenfutter sind in der Regel die Empfehlungen für trächtige Hündinnen zu finden. Das Futter kann solange verabreicht werden, bis die Welpen nicht mehr gesäugt werden. Wird die Hündin mit Rohfutter versorgt, kann gemeinsam mit dem Tierarzt ein spezieller Ernährungsplan erstellt werden. Erfahrene Hundehalter können aber die perfekte Mischung für ihre trächtige Hündin auch selbst herstellen.

Die Entwicklung

Von der Befruchtung bis zum neugeborenen Welpen ist es ein langer und komplizierter Weg. Im Eileiter findet die Befruchtung der Eizelle statt, um danach in die Gebärmutter zu wandern. Hier bewegen sie sich die ersten Tage frei und nisten sich nach etwa 20 Tagen in der Gebärmutterschleimhaut ein. Nun bildet sich die Plazenta aus und legt sich um das eingenistete Ei. Die Plazenta oder der Mutterkuchen versorgt den heranwachsenden Embryo mit allen notwendigen Nährstoffen. Sobald die Organe ausgebildet sind, spricht man nicht mehr vom Embryo, sondern vom Fötus. Während der ersten 30 Tage bilden sich Nervenstränge, Rückenmark und Augen aus. Danach folgen Haare, Krallen und Zehen. Etwa gleichzeitig entwickeln sich innere Organe und Kopf und Rumpf nehmen Gestalt an. Das Herz schlägt ab dem 30. Tag. Jetzt können die Jungen im Mutterleib auch bereits ertastet werden. Die inneren Organe sind dann etwa ab Tag 35 voll entwickelt, das Geschlecht steht fest und Kopf und Rumpf sind deutlich erkennbar. Sein volles Fell hat der Welpe dann etwa 10 Tage vor der Geburt.

Ein Röntgenbild gibt Aufschluss

Schon etwa ab der Mitte der Trächtigkeit sollte unbedingt auf große Anstrengungen verzichtet werden. Die Hündin sollte nicht mehr mit dem Halter Joggen oder Fahrrad fahren. Auch das Schwimmen in kühleren Gewässern sollte gemieden werden. Sie wird sich auf Spaziergängen wahrscheinlich langsamer bewegen und will nicht mehr spielen. Andere Hunde dürfen sich nicht mehr nähern. Etwa ab dem 43. Tag beginnen die Haare am Bauch der Hündin, auszufallen. Nun können auf dem Röntgenbild die Welpen genau erkannt werden. Der Tierarzt wird die Größe bestimmen und kann wahrscheinlich auch die Anzahl benennen. Das ist vor allem für die Geburt wichtig, um zu wissen, wie viele Welpen zu erwarten sind. Ab dem 45. Tag wird die Hündin mehr Appetit zeigen und der Umfang nimmt deutlich zu. Ihr Gewicht kann sich während der gesamten Trächtigkeit um bis zu 30 Prozent vermehren. Ein wichtiger Tag der Trächtigkeit ist Tag 56. Ab nun können die Welpen überleben, wenn sie geboren werden. Die Hündin wird jetzt wieder weniger fressen und wird sich vermehrt pflegen. Sie wird unruhig und sucht einen Platz zum Werfen. Falls es noch nicht geschehen ist, sollte nun die Wurfkiste vorbereitet werden. Dabei ist es wichtig, jenen Platz zu akzeptieren, den die Hündin gewählt hat.

Die Geburt kündigt sich an

Viele Hündinnen wollen nun überhaupt kein Futter mehr zu sich nehmen. Etwa einen Tag vor der Geburt zeichnen sich nun die Hüftknochen deutlich ab, weil die Jungen in Position gebracht werden. Sobald die Körpertemperatur der Hündin um etwa 1, 5 bis 2°C absinkt, dauert es höchstens noch 6 bis 24 Stunden. Die Hündin wird sich nun an die geplante Geburtsstelle begeben. Sie wird unruhig, unsicher und hechelt. Nun beginnt sie, ständig hin und her zu laufen. Zwischendurch löst sie sich. Erste Senkwehen sind erkennbar. Sie beginnt zu winseln und zu schlucken und leckt ihre Vulva. Viele Hündinnen genießen es jetzt, wenn ihr geliebter Mensch ihnen zur Seite steht. Allerdings ist das manchmal nicht so einfach, denn Frauchen oder Herrchen sind oft viel zu nervös. Wichtig ist es, Ruhe zu bewahren. Im Normalfall ist eine Geburt eine ganz einfache Sache, die die Hündin ganz alleine durchstehen kann. Es sollte also versucht werden, die werdende Mutter zu beruhigen und ihr gut zuzureden. Bei unerfahrenen Hündinnen ist das besonders wichtig. Manche Tiere brauchen dann auch Hilfe, wenn die Babys zur Welt gekommen sind, weil sie mit der Situation überfordert sind. Dann ist eine hilfreiche Menschenhand sicherlich gut. Kommt es zu Schwierigkeiten, ist sofort ein Tierarzt zu verständigen.