Proteinarmes Hundefutter

Wie bei den Menschen gibt es auch bei Hunden Krankheiten, die mithilfe der Ernährung gelindert oder ganz therapiert werden können. Bei den treuen Vierbeinern handelt es sich in solchen Fällen meist um proteinarmes Hundefutter.

Proteinarmes Hundefutter – Diätfutter

Zunächst hat proteinarmes Hundefutter nichts mit Diäten in dem Sinne zu tun. Die meisten Hundehalter verbinden mit dem Begriff Diät den Verlust von Gewicht. Gemeint ist allerdings etwas anderes. Das Wort Diät kommt aus dem griechischen Sprachgebrauch und heißt nichts anderes als Ernährungsumstellung, Änderung der Ernährungsweise.

Wenn genauer hingesehen wird, fällt die genaue Definition für das Diätfutter auf. Es geht um die Reduzierung von Inhaltsstoffen wie Fett, Eiweiß, Phosphor, Natrium und Zucker. Bei dem proteinarmen Hundefutter wird hauptsächlich der Bestandteil Eiweiß gesenkt. Dabei beträgt der Eiweißanteil im Trockenfutter maximal 22% und weniger. Um dennoch die sättigende Wirkung zu erhalten wird mit mehr Ballaststoffen und Rohfaser ausgeglichen. Für eine proteinarme Nassnahrung werden proteinarme Zutaten wie Lamm, Geflügel, Reis und Kartoffeln verwendet.

Wofür wird proteinarmes Hundefutter benötigt?

Zahlreiche Hundefutter haben einen höheren Anteil an Protein. Allerdings gibt es nur wenige Hunde die in Wirklichkeit einen Proteingehalt von 40% benötigen. Denn mit zunehmendem Alter und durch die Art der Hundehaltung senkt sich der tatsächlich benötigte Bedarf. Lediglich Welpen in der Wachstumsphase und trächtige Hündinnen haben einen Mehrbedarf.

Allerdings kann der Hund an den Nieren erkranken. Niereninsuffizienz und Nierensteine sind dabei häufige Vertreter. Insbesondere Vierbeiner ab dem 7. Lebensjahr sind betroffen. Doch die Nieren haben wichtige Aufgaben zur Entgiftung, weshalb sie unverzichtbar sind. Auch durch die Verdauung entstandenen Stoffwechselprodukte können nicht mehr richtig ausgeschieden werden. Jedoch fällt eine Nierenerkrankung meist erst dann auf, wenn bereits 70% des Organes geschädigt sind. Dann, wenn die ersten Vergiftungssymptome erscheinen.

Einer der möglichen Auslöser sind Proteinablagerungen in den Nierengefäßen. In der Regel empfehlen Tierärzte eine Ernährungsumstellung. Durch die Einschränkung von Proteinen können die Nieren entlastet werden, eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann vermieden werden. Hier greift das proteinarme Hundefutter.

Proteinarmes Hundefutter hilft auch bei Schwierigkeiten mit der Leber. Es hat den Vorteil, dass es von der Leber und dem Darm leichter verarbeitet wird. Gleichzeitig wird die Leber als Entgiftungsorgan entlastet.

Proteinarmes Futter heißt Vertrauen

Proteinarmes Futter ist wie jedes andere Futter im Einzelhandel erhältlich. Die Deklaration erklärt wieviel Protein im Hundefutter enthalten ist. Als proteinarm gilt alles ab 20% in der Trockenmasse und weniger. Aber wie setzt sich der Proteingehalt zusammen? Bei einer geschlossenen Deklaration ist das nicht ersichtlich. So bleibt es Ungewiss, ob die vorhandenen Proteine aus hochwertigem Eiweiß bestehen oder nicht. Ist die Deklaration offen lässt sich die Proteinquellen und damit die Qualität erkennen.
Wer auf Nummer sicher gehen möchte und ein garantiert proteinarmes Hundefutter haben möchte, muss nach Alternativen suchen. Meist heißt die Alternative selbst herstellen. Wichtig ist es im Vorfeld mit dem Tierarzt darüber zu sprechen. Dieser wird bereits eine grobe Orientierung geben, worauf geachtet werden muss. Denn eine proteinärmere bzw. -arme Ernährung erfolgt in der Regel nicht ohne Grund.
Grundlegend gibt es hier drei Möglichkeiten, ein proteinarmes Hundefutter zu erstellen.
– Vegetarisch / Vegan: Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Obst und Gemüse. Vorhandene Proteine sind dabei auf pflanzlicher Basis. Ein „hoher“ Proteinlieferant ist der Brokkoli. Linsen haben zwar den höchsten Eiweißgehalt, sind für die meisten Hunde jedoch nicht empfehlenswert, da sie starke Blähungen und damit Koliken verursachen. Tofu bildet ein hilfreicher Ersatz, um dennoch einige Proteine zu erhalten.
Hundefutter selbst kochen: Durch das Kochen verändern sich die Strukturen von Fleisch, Obst und Gemüse. Es kann leichter verdaut werden und ist schonender für den Magen. Gekochtes, püriertes Obst und Gemüse ist dann ideal, wenn die Organe durch zu langen Überschuss von Protein bereits angegriffen worden sind. Durch das pürieren lassen sich die Vitamine und Mineralstoffe besser aufnehmen.
Barfen: Das Barfen ist bei einer proteinarmen Ernährung zwar möglich, aber schwierig. Insbesondere dann, wenn noch keine Erfahrung mit der Rohfleischfütterung vorhanden ist. Je nach Gesundheitszustand des Hundes kann nach Rücksprache mit dem Tierarzt dennoch gebarft werden. Bei fehlender Erfahrung kann es hilfreich sein, einen erfahrenen Barfanhänger oder Züchter zu Hilfe zu holen.
Unabhängig davon, ob zur vegetarischen bzw. veganen Kost gewechselt, gebarft oder gekocht wird: Bei einer proteinarmen Kost muss das richtige Fleisch, sowie Obst und Gemüse gewählt werden. Als proteinarme Fleisch bieten sich mageres Lamm, Rind und Hühnchen an, besonders wenn es sich um Muskelfleisch handelt. Häufige Begleiter der Gerichte sind Reis und Kartoffeln, da sie Sattmacher sind. Genauso muss bei der Zubereitung auf jegliche Form von Gewürzen verzichtet werden. Ausnahme sind Kräuter, die neben der geschmacklichen Vielfalt noch zusätzliche positive Eigenschaften mitbringen.

Purin – Was ist das?

Wird nach proteinarmen Hundefutter gesucht, fällt im gleichen Zusammenhang der Begriff Purin. Purin ist ein Eiweißbaustein und gehört damit zu den Proteinen. Verantwortlich ist der Baustein für die Erschaffung neuer Zellen durch Zellteilung. Nicht benötigte Zellen werden über den Harn ausgeschieden, die Harnsäure steigt. Ist der Harnwert über einen längeren Zeitraum erhöht können die Folgen enorm sein. Die Nieren werden stark belastet, da sie in ihrer Funktion versuchen, zusätzlich die Harnsäure zu senken. Der Stoff Purin muss nicht über das Futter verabreicht werden. Der Körper stellt den Baustein in seinem Organismus selbst her.

Soll auf eine proteinarme Ernährung geachtet werden sind Innereien wie zum Beispiel Herz, Leber, Lunge, Nieren und Pansen nicht zu empfehlen. Die inneren Organe haben deutlich höhere Purin-Werte, als das Fleisch selbst. Das Gleiche betrifft auch die Haut, Pferdefleisch und Thunfisch. Purin ist ein Eiweißbaustein, welches genauso in pflanzlichen Produkten vorkommt, wie in tierischen Produkten. Sehr viel enthalten Hülsenfrüchte wie Erbsen. Kohl ist ebenfalls betroffen.

Übrigens:

Proteinarmes Hundefutter

Proteinarmes Hundefutter

Proteinarmes Hundefutter kann auch für Hunde mit Gewichtsproblemen verwendet werden. Proteine sind in erster Linie Energielieferanten. Wird allerdings die Energiezufuhr minimiert, kann eine Gewichtsabnahme stattfinden.

Auch wenn der Hund seinen Konsum an Proteinen einschränken soll, völliger Verzicht ist nicht empfehlenswert. Bei Proteinen handelt es sich nicht nur um einen Energielieferanten sondern auch um einen Botenstoff, der als essentieller Bestandteil zahlreicher Vorgänge im Hundekörper gilt.