Hundefutter Test – Was sagt Stiftung Warentest

Wir alle kennen sie, die wortgewandten Versprechen der Werbung, Etiketten und Anzeigen, sind sich die Futtermittelhersteller doch im klaren darüber, dass Hundebesitzer nicht an ihrem Liebling sparen und dem Trend an gesundheitsbewusster Ernährung beim Tier gerne folgen. Doch sollten Hundeliebhaber den ausgefeilten und hochlobenden Werbeslogans nicht allzu leicht vertrauen. Hunde brauchen die korrekte Mischung an speziellen Nährstoffen. Wertvolle Spurenelemente wie z. B. Kupfer für das Blut, Linolsäure für seidiges und glänzendes Fell und Kalzium für starke Knochen und nicht zu vergessen viele weitere lebenswichtige Vitamine, Eiweiße, Fette und Mineralstoffe. All das zeigt den vielschichtigen Bedarf eines Hundes, den er nur über sein Futter angemessen abdecken kann.

Doch Tests zeigen, nicht jedes Hundefutter beinhaltet die benötigte Mixtur und nicht wenige der untersuchten Hundefuttermittel erhalten genau deshalb die Bewertung Mangelhaft. Beachtet man das Ergebnis der Untersuchung, so werden diese mangelhaften Hundefutter zu unrecht als Alleinfutter betitelt. Und auch so manch groß beworbene Fleischsorte stellte sich in der Untersuchung als Mogelpackung heraus, wurde doch das angegebene Rohprodukt gar nicht im Futter verarbeitet. Beim Thema Inhaltsangaben zeigte sich, dass man auch diesen aufgrund manch fehlender Angaben nicht immer trauen sollte.

Doch ergab der Test auch erfreuliche Ergebnisse und vergab bei mehr als sieben Nassfuttern die Bestnote. Grund dafür war die richtige Zusammensetzung aller Inhaltsstoffe und die dadurch ermöglichte gesunden und vor allem ausgewogenen Ernährung des Hundes. Positiv überrascht haben dabei die Schadstoffbelastung mit einem Wert von 0 sowie die Tatsache, dass es sich bei den Testsiegern nicht ausschließlich um hochpreisige Futtermarken handelt, sonder auch preisgünstige Anbieter darunter waren. Jedoch nur bei den Testsiegern stellten die Futtermengenhinweise zufrieden. Bei drei Produkten wurden viel zu große Mengen angegeben, zwei andere getestete Hundefutter-Marken empfahlen viel zu niedrige Fütterungsmengen. Dies hätte, sofern der Hundehalter den auf der Packung abgedruckten Hinweisen folge leistet, die Abmagerung des Hundes zur Folge. Bei zwei weiteren Testobjekten fehlten die Fütterungshinweise ganz.

Hartnäckig hält sich die weit verbreiteten Meinung, dass nur edelstes Fleisch gut für den Hund ist. Doch zeigen sich auch Innereien, Herz und Leber als wichtig für die nährstoffreiche Fütterung des Hundes.

Getestet wurde, ganz dem Trend entsprechend, auch fleischlose, also vegetarische Hundenahrung. Leider lies das Ergebnis zu Wünschen übrig. Überraschenderweise beruhten die Testergebnisse jedoch nicht auf den fehlenden tierischen Produkten, sondern allein auf dem bestehnden Vitaminmangel dieser Produkte. Dieser fand sich jedoch auch in manchen Hundefuttern auf nicht-vegetarischer Basis. Hier fehlte speziell das für die Sehkraft wichtige Vitamin A. Bei anderen Inhalts- und Zusatzstoffe, wie beispielsweise Ballaststoffen und Süßungsmitteln lagen die Testwerte im harmlosen Bereich und auch mit Blick auf Gentechnik und Schadstoffbelastung gab es keine Probleme.

Beim Trockenfutter für Hunde erfreut die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der untersuchten Hundenahrung mit der Bestnote abgeschnitten hat. Und immerhin 1/8 der getesteten Alleinfutter erhielt die zweitbeste Bewertung Gut. Doch musste fast jedes fünfte Hundefuttermittel im Bereich Trockennahrung aufgrund fehlender Inhaltsstoffe als gesundheitlich bedenklich eingestuft werden. Und auch hier zeigte sich, dass teuer auch bei Hundefutter nicht gleich gut sein muss. Lediglich eine Probe unter allen untersuchten Hundefuttermittelproben wies eine Belastung mit Schimmel auf.

Bei einigen Hundetrockenfuttern suchte man vergeblich nach der Angabe des Alters, für welches das Futter geeignet ist. Bei vier dieser Futtermittel kann es aufgrund von mangelndem Kalzium, welches für starke Knochen wichtig ist, zu Problemen bei der Ernährung von Welpen führen. Ebenfalls nicht immer optimal war das benötigte Phosphor-Kalzium-Verhältnis.

Doch nicht nur ein Mangel an Kalzium gefährdet die Gesundheit von jungen Hunden. Auch eine Kalzium-Überversorgung zieht das Skelett in Mitleidenschaft, Missbildungen sind die Folge. Erwachsenen Hunden ohne Nieren- und Harnwegs-Krankheiten bereitet eine Kalzium-Überversorgung hingegen keinerlei Probleme.

Eine Auswertung des Futters als Energielieferant sowie eine Aufschlüsselung der weiteren Inhaltsstoffe ist problemlos in Labors und vor allem komplett ohne Tierversuche möglich. Womit sich ein Hinweis auf die Tierversuchs-Freiheit des Herstellers als überflüssig erweist.