Hilft Futter ohne Getreide Hunden beim abnehmen?

Kann man getreidefreies Hundefutter zum Abnehmen benutzen?

Viele Hundebesitzer kennen das, der geliebte Hund wird mit der Zeit immer dicker und dicker. Wie auch beim Menschen, ist Übergewicht natürlich auch für den besten Freund des Menschen nicht gesund und es muss etwas dagegen getan werden. Doch was?

Oft ist es mit der alleinigen Reduzierung der kleinen Snacks zwischendurch und den Leckerchen hier und da nicht getan. Und auch die viel gepriesene Bewegung führt oft nicht zum gewünschten Abnehm-Ergebnis, kämpft doch auch so manch aktiver Hund mit einem Gewichtsproblem.

Doch was tun, wenn Bello zuviel auf die Waage bringt?

Der Futtermittelmarkt bietet eine große Auswahl an Diät-Hundefutter. Manche davon werben mit fantastischen Erfolgen bei der Gewichtsreduktion, andere sind mehr auf eine Diät im Rahmen einer Erkrankung ausgelegt. Doch muss es wirklich unbedingt ein teures Diät-Futtermittel sein? Die Antwort ist Nein. Denn nur das Futter allein, verhilft dem Hund nicht dazu, Gewicht zu verlieren.

Wichtig ist eine Kombination an Bewegung und gesunder, artgerechter Ernährung.
Und genau in diesem Satz verbirgt sich das Zauberwort. Artgerecht.

Sieht man sich auf dem Hundefuttermittel-Markt etwas genauer um, erkennt man schnell, dass in vielen Hundefuttern ein hoher Getreideanteil steckt. Ein Hund und Getreide? Ist das wirklich Artgerecht?

Für eine artgerechte Ernährung des viel geliebten Vierbeiners sollte der Anteil an Getreide im Futter maximal bei 25 – 30 % liegen. Ist der Getreideanteil höher, können gesundheitliche Beschwerden die Folge sein, wie z. B. Verdauungsprobleme, Zahnstein, Erkrankungen der Blase oder der Nieren, Allergien oder auch Übergewicht.

Beim Gassi gehen fressen Hunde zwar auch gerne mal ein wenig Gras, doch sieht man sie nur selten in einem Getreidefeld stehen und genüsslich die Ähren von den Stängeln knabbern. Sie brauchen es einfach nicht in ihrem Speiseplan.

Artgerechte Ernährung für Karnivoren wie Hunde, besteht aus einem höchstmöglichen Fleischanteil und genau dies ist leider bei vielen Futtermitteln aufgrund des hohen Getreideanteils nicht gegeben.

Um das ganze besser verständlich zu machen, denken Sie, lieber Hundebesitzer, über Ihre eigene Ernährung nach. Wie viele Getreide- und vor allem Weizenprodukte essen Sie über den Tag verteilt? Sicher einige. Doch Weizen schadet dem Körper mehr, als es ihm bringt. Erkenntlich wird dies vor allem an den sogenannten Rettungsringen, welche sich schnell an Hüfte und Bauch bemerkbar machen und am allgemeinen Zustand. Je mehr Weizen- und Getreideprodukte, desto müder fühlt man sich. Ein Zustand, der nicht sofort nach einem ersten Happen auftaucht, sich mit der Zeit jedoch immer weiter verstärkt. Und auch beim Hund ist das nicht anders. Die beim dauerhaften Getreideverzehr entstehenden Klebeeiweiße belasten den Körper, es schwindet Energie, man wird träge. Der Kreislauf des Zunehmens beginnt. Bei Mensch wie Hund.

So ist es nicht verwunderlich, dass getreidefreies Hundefutter den vierbeinigen Liebling beim Abnehmen unterstützt. Natürlich ist ein Futtermittel ohne bzw. mit nur sehr geringem Getreideanteil kein Wundermittel gegen Übergewicht, aber es unterstützt den Abnehm-Prozess des Hundes, da sein Körper sich nicht mit unnötigen Zusätzen wie Getreide beschäftigen muss. Zudem wird der Hund aktiver. Und Bewegung in Verbindung mit getreidefreiem Hundefutter lässt die Pfunde purzeln.

Ab wann wiegt der Hund zu viel?

Pauschal lässt sich keine eindeutige Antwort geben. Mehrere Faktoren beeinflussen die Angaben. Die Größe, das Geschlecht und die Rasse sind Grundlagen, die lediglich einen groben Rahmen zur Orientierung geben. Zu Berücksichtigen gilt, dass Hunde die in die Jahre gekommen sind einen Hang zum Übergewicht haben. Das Gleiche gilt für kastrierte / sterilisierte Hunde, die dadurch gerne mehr fressen zeitgleich aber ruhiger werden.

Eine kleine Übersicht, was die jeweilige Rasse in etwa als Normalgewicht hat:
Afghanischer Windhund: 23 – 27 kg
Airedale Terrier: 20 – 25 kg
Basset: 18 – 30 kg
Bearded Collie: 20 – 28 kg
Berner Senne: 40 – 50 kg
Bernhardiner: 70 – 85 kg
Beagle: 15 – 20 kg
Boxer 25 – 30 kg
Chihuahua: 1 – 3 kg
Cocker Spaniel: 12,5 – 14,5 kg
Collie: 18 – 30 kg
Dackel: bis 9 kg
Dalmatiner: 23 – 32 kg
Deutscher Schäferhund: 22-40 kg
Golden Retriever: 27 – 36 kg
Irish Setter: 27-32 kg
Irish Wolfhound: 40 – 54 kg
Labrador Retriever: 25 – 30 kg
Leonberger: 60 – 80 kg
Neufundländer: 54 -68 kg
Rhodesian Ridgeback: 32 – 36,5 kg
Siberian Husky: 20 – 24 kg
Shih Tzu: 4,5 – 8 kg

Trotz grobe Richtwerte kann das Gewicht stark abweichen. Besonders wenn es sich um Mischlingshunde handelt können enorme Schwankungen auftreten. Übrigens: Bei manchen Rassen muss verstärkt auf die Figur geachtet werden. Labrador Retriever, Golden Retriever, Collies, Dackel und Beagles sind nur einige, die gerne ein paar Extrapfunde mit sich tragen.

Inzwischen sind viele Hunde von Übergewicht betroffen. Ohne dass es dem Halter bewusst ist. Manche tun es sogar als Schönheitsfehler ab. Dabei wird bei Hunden schon bei 10% mehr des Normalgewichtes von Übergewicht gesprochen. Bei kleineren Rassen kann das bereits 1 kg sein. Woran ist erkennbar, ob der Hund Übergewicht hat?

Bei Hunden mit kurzem, glatten Fell ist die Figur mit bloßem Auge gut erkennbar. Am besten wird ein Blick von oben in Richtung Taille geworfen. Wenn der Körper vom Rumpf über die Taille zum Becken hin schmaler verläuft, wird das Gewicht in der Norm liegen. Zusätzlich lässt sich das Normalgewicht vom Übergewicht ertasten. Auch bei langhaarigen Hunden. Ist das Gewicht im normalen Bereich lassen sich die Rippen gut erfühlen. Denn diese werden normalerweise nur von einer dünnen Fettschicht geschützt. Das Gleiche gilt für die Knochen am Rutenansatz. Das Überprüfen lässt sich leicht mit einigen Streicheleinheiten verbinden, indem mit wenig Druck über den Körper gestrichen wird. Ist Übergewicht vorhanden lassen sich die Knochen nur noch schwer ertastbar.

Zudem macht sich Übergewicht im Verhalten bemerkbar. Die Bewegungen wirken schwerfällig, kostet mehr Kraft. Keuchen und Atemnot schon nach wenigen Schritten bestätigt den Verdacht. Das i-Tüpfelchen ist die fehlende Motivation sich fürs spielen und rennen zu begeistern. Stattdessen ist Trägheit und Faulheit mit entsprechend viel Schlaf an der Tagesordnung. Die ersten Folgen von dauerhaften Übergewicht sind am Fell erkennbar.

Einige der Symptome deuten im Zusammenspiel klar auf Übergewicht hin. Dennoch sollte der Tierarzt aufgesucht werden, um eine gesicherte Diagnose zu erhalten. Denn manche Symptome können auch auf andere Krankheitsbilder hinweisen. Bei Übergewicht wird der Tierarzt verschieden Möglichkeiten zur Umstellung der Ernährung und Bewegung vorstellen. Eine Gewichtsreduktion muss und darf nicht aus Nahrungsverzicht bestehen.