Futtermilben im Hundefutter – abtöten und vorbeugen

Kommt ein Hund ins Haus, so stellen sich dem Halter eine ganze Menge Fragen. Die vielleicht Wichtigste darunter ist: Was füttere ich meinem Hund? Doch genau diese Frage ist gar nicht einfach zu beantworten. Im Handel ist heute ein äußerst reichliches Angebot an unterschiedlichsten Futtersorten erhältlich. Die Auswahl fällt daher besonders schwer. Hundehalter haben es nicht leicht. Jeder Hersteller verspricht, dass gerade sein Futter hervorragend ist. Es erfordert hier schon einiges an Information, um für seinen Hund das richtige Futter zu wählen. Getreidefreieshundefutter.net versucht hier eine Hilfe zu sein. Doch bevor es noch um Qualität und Inhaltsstoffe geht, muss entschieden werden, welche Konsistenz denn das Futter überhaupt haben soll. Zur Wahl stehen Trockenfutter oder Nassfutter. Beide Sorten haben ihre Liebhaber und damit entsprechende Vor- und Nachteile. Beliebt ist das Trockenfutter vor allem dank der langen und einfachen Haltbarkeit. Doch gerade dabei muss man sehr vorsichtig sein. Denn gerade in Trockenfutter machen sich gerne Futtermilben breit und das ist für den Hund dann ganz und gar nicht positiv. Denn diese kleinen Tiere können bei Hunden erhebliche allergische Reaktionen hervorrufen.

Trockenfutter ist bei Hundehaltern beliebt

Trockenfutter ist bei Hundehaltern besonders beliebt. Es ist einfach zu transportieren und zu lagern, denn es ist lange haltbar. Trockenfutter ist in jede Hinsicht sauber. Es ist einfach in der Handhabung und auch beim Fressen kann der Hund keine große Schweinerei anrichten. Besonders praktisch ist, dass auch große Mengen des Futters einfach zu lagern sind, denn es hält entsprechend lange und es fällt dabei kaum Müll an. Trockenfutter wird zumeist mittels Extrusionsverfahren hergestellt. Dazu werden alle Zutaten also Fleisch, Gemüse und alle Zusatzstoffe gemischt und stark zerkleinert. Dann kommt dieser Brei in den Extruder. Unter Hitze und großem Druck werden dann die entsprechenden Kroketten geformt. Diese werden mit einer Mischung aus Fett und Vitaminen besprüht. Das ist notwendig, weil viele Vitamine während des Verfahrens zerstört werden. Außerdem fördert dies die Akzeptanz des Hundes. Nun folgt die Trocknung. Danach werden die Kroketten verpackt. Trockenfutter, das mittels Extrusionsverfahren hergestellt wurde, ist bereits aufgeschlossen, damit der Hund es besser verwerten kann. Ähnlich wie das Extrusionsverfahren funktioniert das Kaltpressverfahren. Hier wird jedoch deutlich weniger Hitze angewendet. Die Inhaltsstoffe bleiben bei dieser Variante großteils erhalten. Allerdings sind die Zutaten nicht aufgeschlossen und für den Hund sehr schwer verdaulich. Nicht jeder Hund verträgt kalt gepresstes Hundefutter. Eine weitere Methode Trockenfutter herzustellen ist das Backen. Diese Version wird jedoch heute nur mehr sehr selten verwendet.

Futtermilben sind nur mithilfe des Mikroskops sichtbar

Durch das Herstellverfahren kann Trockenfutter sehr lange aufbewahrt werden. Doch genau hier liegt das Problem. Trockenfutter kann mit lästigen Futtermilben kontaminiert werden. Diese Milben sind jedoch für die Gesundheit des Hundes schädlich. Futtermilben werden auch als Vorratsmilben bezeichnet. Sie zählen zu den Spinnentieren und werden in zwei Familien unterteilt. Diese nennen sich Glycyphagidae und Acaridae. Die Tierchen sind lediglich etwa 300-600 µm groß und daher nur mit dem Mikroskop zu sehen. Sie sind eng verwandt mit anderen Milbenarten wie etwa der Hausstaubmilbe. Futtermilben leben überall dort, wo es auch Lebensmittel gibt oder wo diese verarbeitet werden. Sie sind bevorzugt dort anzutreffen, wo Getreide verarbeitet oder enthalten ist. Ein Befall ist meist nur am sogenannten Milbenstaub erkennbar. So wird der Kot der Milben genannt, der Staub sehr ähnlich ist. Die kleinen Tierchen lieben Temperaturen von 22-25°C und eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit von rund 80 Prozent. Allerdings sind die kleinen Kerlchen sehr widerstandsfähig. Finden sie diese bevorzugten Bedingungen nicht vor, können sie trotzdem lange überleben. Erst wenn die Luftfeuchtigkeit unter 55 Prozent sinkt, trocknen die Futtermilben aus.

Futtermilben gelangen zumeist im Hundehaushalt ins Futter

Futtermilben können praktisch während jeder einzelnen Stufe des Herstellungsprozesses in das Futtermittel gelangen. So können bereits die Rohstoffe von den Futtermilben befallen sein. Das größte Risiko, dass Futtermilben in das Trockenfutter gelangen, besteht jedoch im Haushalt des Hundehalters. Vorratsmilben sind in jedem Haushalt präsent, auch wenn man sie nicht bemerkt. Steht nun ein geöffneter Sack Trockenfutter in der Speisekammer, der Abstellkammer oder der Küche, so ist das Risiko groß, dass sich die kleinen Spinnentiere hier einnisten. Dies kann besonders dann leicht der Fall sein, wenn das Futter längere Zeit steht und der Sack aus Papier ist.

Hunde können auf Futtermilben allergisch reagieren

Futtermilben, die in Trockenfutter enthalten sind, können beim Hund allergische Reaktionen auslösen. Diese rühren sowohl von den Milben selbst her sowie von den Eiweißbestandteilen, die im Milbenkot enthalten sind. Der Hund kommt mit den Milben in Kontakt und eine Reaktion kann direkt über die Haut erfolgen. Allerdings frisst er die Milben auch mit dem Futter mit, was auch eine Reaktion im Verdauungstrakt hervorruft. Wie bei Allergien üblich reagiert in diesem Fall das Immunsystem entsprechend. Mögliche Symptome können sich auf der Haut des Tieres zeigen. Der Hund reagiert mit heftigem Juckreiz. Dieser führt dazu, dass der Hund beginnt, sich exzessiv zu kratzen. Das kann dazu führen, dass der Hund durch das Kratzen die Haut verletzt. Es kommt nun leicht zu Sekundärinfektionen. Nicht immer ist dem Hundehalter sofort klar, woher dieser enorme Juckreiz, der plötzlich auftritt, herrührt. Die Suche nach der Ursache ist meist mühsam und langwierig. Wird der Hund mit Trockenfutter gefüttert, sollte man immer Futtermilben in Betracht ziehen.

Die Allergie diagnostizieren

Reagiert das Verdauungssystem auf das Allergen Futtermilbe, dann kann sich dies in schweren Verdauungsstörungen äußern. Der Hund hat plötzlich unerklärlichen Durchfall, er erbricht vielleicht und hat starke Blähungen. Nicht immer denkt man bei diesen Symptomen an eine Allergie. Eine Diagnose ist auch für den Tierarzt nicht einfach. Einem Allergen auf die Schliche zu kommen ist immer schwer. Hat man einen Verdacht, sollte man dem Tierarzt diesen mitteilen. Jede Beobachtung kann hier helfen. Der Tierarzt wird in erster Linie alle anderen Erkrankungen, die diese Symptome auslösen können ausschließen. Das erfordert wahrscheinlich einige Untersuchungen. In einem derartigen Fall immer wichtig ist eine ausführliche Blutuntersuchung. Sie kann bereits einige wichtige Informationen liefern. Hat man den Verdacht, dass der Hund auf Futtermilben allergisch sein könnte, dann kann ein Intrakutantest durchgeführt werden. Er funktioniert ähnlich wie der Allergietest beim Menschen. Das Allergen wird in kleinsten Mengen unter die oberste Hautschicht des Hundes eingebracht. Reagiert die Haut, ist eine Allergie sehr wahrscheinlich. Bei einer Futtemilbenallergie müssen allerdings die Testergebnisse nicht immer korrekt sein. Das Problem ist, dass die Milben überall in der Umgebung auftreten und der Hund dadurch auch Antikörper gebildet hat. Diese Antikörper zeigen dann allerdings lediglich den Kontakt mit den Milben an und nicht zwangsläufig die Erkrankung. Der Hund kann darauf also auch reagieren, obwohl keine Allergie vorliegt. Des weiteren sind Milbenarten sehr eng miteinander verwandt und es ist entsprechend schwer, die richtige Milbenart als Allergen ausfindig zu machen.

Futtermilben im Hundefutter

Vorbeugen ist wichtig

Wird die Allergie definitiv diagnostiziert, so hat dies weitreichende Folgen. Der Hund sollte das Allergen nun unbedingt ein Leben lang vermeiden. Jeder weitere Kontakt löst wieder Symptome aus. Um weiteren Kontakt zu vermeiden, sind einige Maßnahmen sehr wichtig. Dieselben Maßnahmen gelten generell der Vorbeugung. Im Falle einer Allergie auf Futtermilben sollten alle Textilien, mit denen der Hund häufigen Kontakt hat, bei 60°C gewaschen werden. Das gilt vor allem für das Hundebett und alle anderen Liegeflächen und Decken. Das Hundefutter sollte keinesfalls in der Nähe menschlicher Nahrung gelagert werden. Die Verpackung muss nach dem Öffnen luftdicht verpackt werden. Wird das Trockenfutter in einer Futtertonne gelagert, muss diese regelmäßig heiß ausgewaschen werden. Dasselbe gilt für Becher oder Dosiergefäße, mit denen das Futter entnommen wird.

Trockenfutter schützen

Die Futterpackung sollte immer nur kurz geöffnet werden, um das Futter zu entnehmen. Trockenfutter sollte stets in kühlen und trockenen Räumen gelagert werden. Um eine zu lange Lagerung zu vermeiden, ist es zu empfehlen, keine allzu großen Vorräte anzulegen. Nach Ablauf des Haltbarkeitsdatums sollte Trockenfutter nicht mehr verfüttert werden. Sind bereits Vorratsmilben im Futter, so kann man dieses einfrieren. Vorratsmilben sterben dann nach drei Tagen ab. Allerdings bleibt bei dieser Vorgangsweise das Allergen dennoch im Futter enthalten. Wird dieses Futter nun an den Hund verfüttert, so kann nach wie vor eine allergische Reaktion auftreten. Wird Futter eingefroren, das noch nicht kontaminiert ist, so wird das Risiko eines Befalls allerdings minimiert. Ist ein Hund gegen Milben allergisch, sollten sie ihn nicht im Bett schlafen lassen. In Bettzeug leben sehr viele Milben. Ebenso sollte der Hund nicht im selben Raum sein, wenn der Hundehalter Staub saugt. Ein Allergiefilter hilft hier zusätzlich. Teppichböden enthalten ebenfalls viele Milben. Glatte Böden, die man aufwischen kann, sind deutlich hygienischer. Dazu kann man auf die Luftfeuchtigkeit in den Räumen achten. Sie sollte unter 50 Prozent liegen.

Trockenfutter hat auch Nachteile

Trockenfutter hat viele Vorteile, das ist richtig. Es hat jedoch auch Nachteile, wie man sieht. Leidet das Tier unter eine Milbenallergie, sollte man unbedingt darüber nachdenken, auf Nassfutter umzusteigen. Durch seine Konsistenz und den natürlichen Geschmack ist es bei Hunden meist deutlich beliebter. Der hohe Wassergehalt sorgt dafür, dass der Hund stets mit genug Flüssigkeit versorgt ist. Das ist bei Trockenfutter stets ein Problem. Dazu enthält Trockenfutter meist hohe Mengen an Getreide, das für den Hund nicht gesund ist. Das wohl artgerechteste und gesündeste Futter ist wohl Barf. Hier wird mit jeder einzelnen Mahlzeit ein Beutetier simuliert. Der Hund erhält die einzelnen Inhaltsstoffe roh, wie er dies in der Natur fressen würde. Barf kann den Bedürfnissen jedes einzelnen Hundes ganz individuell angepasst werden. Viele Hundehalter setzen heute schon auf diese Ernährung. Die Verdauung reagiert darauf meist sehr positiv, die Zähne sind sauberer und Mundgeruch wird gemildert. Barf ist auch ideal bei Allergien.