Die Deklaration von Hundefutter verstehen

Futtermitteldeklarationen sind für Hundehalter oft ein Mysterium. Inhaltsstoffe in Prozenten angegeben, unbekannte Substanzen und keine logischen Mengenangaben verwirren oft mehr als sie hilfreich sind. Kein Wunder also, dass so mancher Hundefreund ob der Angaben verzweifelt und sich einfach auf sein Gefühl oder Empfehlungen anderer Menschen verlässt. Doch was kann nun aus der Deklaration gelesen werden?

Zwei verschiedene Arten

Generell kann zwischen einer offenen und geschlossenen Deklaration unterschieden werden. Während die geschlossene Deklaration die Inhaltsstoffe in Nährstoffgruppen angibt, zeigt die offene Deklaration eine genaue Auflistung der Nährstoffe in der Reihenfolge, in der sie in der Trockenmasse enthalten sind. In der Praxis sieht eine geschlossene Deklaration so aus, dass von Fleisch, Fleischnebenprodukten, Getreide und Fett die Rede ist. Man erhält nur eine grobe Ahnung über die Nährstoffgruppen. Genaue Angaben über die Zutaten gibt es nicht. Bei einer offenen Deklaration allerdings ist jeder Bestandteil extra aufgelistet. Dazu muss man aber nun auch wissen, was die einzelnen Bestandteile bedeuten.

Was ist Rohprotein?

In jedem Hundefutter ist Rohprotein enthalten. Dabei handelt es sich um die Eiweißverbindungen. Hinter Rohprotein muss allerdings nicht unbedingt gut verdauliches Muskelfleisch stecken. Es können sich daneben auch minderwertige Proteine wie Federn oder Klauen dahinter verstecken. Eine ausreichende Zugabe von Muskeleiweiß ist am Gehalt von Lysin (mindestens 1 Prozent) und Methionin (mindestens 0,5 Prozent) erkennbar. Liegt der Gehalt laut Deklaration darunter, kann von minderwertigem Eiweiß ausgegangen werden.

Rohfett, Rohfaser und Rohasche

Die Bezeichnung Rohfett fasst alle Fettquellen zusammen, die das Futter enthält. Dabei wird nicht zwischen tierischem und pflanzlichem Fett unterschieden. Ebenso ist nicht erkennbar, in welchem Verhältnis die enthaltenen gesättigten und ungesättigten Fettsäuren vorliegen. Im Futter enthaltene Ballaststoffe werden als Rohfaser gekennzeichnet. Ballaststoffe stammen von Pflanzen und sind unverdaulich. Sie haben für die Verdauung eine große Bedeutung. Die Werte von Rohasche sollten bei Trockenfutter unter 10 Prozent, bei Nassfutter unter 2 Prozent liegen. Sind sie höher, kann von minderwertigem Futter ausgegangen werden. Rohasche fasst alle Mineralstoffe, Salze und anorganischen Stoffe ohne biologische Wertigkeit wie etwa Sand oder Silikate zusammen. Ein hoher Gehalt an Rohasche kann zu Nierenschäden führen und begünstigt Zahnstein.

Spurenelemente und Mineralstoffe

Für den Hund ist ein ausgewogener Phosphor- und Kalziumhaushalt von großer Bedeutung. Vor allem bei jungen Hunden muss hier ein optimales Zusammenspiel der beiden Stoffe gegeben sein. Beide Stoffe spielen eine große Rolle im Knochen- und Zahnaufbau. Eine Störung dieses Verhältnisses kann bei Junghunden zu schweren Schäden am Skelett und den Gelenken führen. Bei erwachsenen Hunden kann zu viel Phosphor zu Harnsteinen führen. Ein Kalziumüberschuss, der etwa durch zu viele Knochen entstehen kann, führt zu sehr hartem Kot und kann in der Folge einen Darmverschluss nach sich ziehen.

Fleisch ist nicht gleich Fleisch

Ist auf der Deklaration von Fleisch die Rede, so handelt es sich vorwiegend um Muskelfleisch, das für den Hund leicht verdaulich und sehr hochwertig ist. Fleischnebenprodukte können dagegen Innereien, aber auch Krallen, Hufe oder Federn sein. Eine Ausnahme stellt hier schwedisches Hundefutter dar. In Schweden sind die Vorgaben deutlich strenger und so müssen alle Inhaltsstoffe in Hundefutter für den menschlichen Verzehr geeignet sein. In Schweden gelangen daher minderwertige Stoffe nicht ins Hundefutter. Bei Fisch- und Fischnebenprodukten gilt Ähnliches wie bei Fleisch. Auch hier können als Nebenprodukte Gräten oder Fischköpfe im Futter landen. Pflanzliche Nebenprodukte sind Abfälle. Sogar Erdnussschalen, Stroh oder andere Reste können als pflanzliche Nebenprodukte deklariert werden. Auch das in schwedischem Hundefutter nicht möglich.

Künstliche Zusatzstoffe

Gerne werden Hundefutter sogenannte sensorische Zusatzstoffe beigemischt. Es handelt sich dabei um Farbstoffe und Geschmacksverstärker. Diese Stoffe haben nicht selten die Aufgabe minderwertiges Futter optisch und geschmacklich aufzubessern. Für den Hund haben sie keine Bedeutung. Ganz im Gegenteil, viele Tiere reagieren mit Überempfindlichkeiten auf diese synthetischen Stoffe. Ernährungsphysiologische Zusätze sind Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Sie werden dem Futter zugesetzt, weil sie während der Verarbeitung verloren gehen. Diese Substanzen sind für den Hund und seine Gesundheit von großer Bedeutung.

Konservierungsmittel und Haltbarkeit

Die Deklaration von Hundefutter verstehen

Die Deklaration von Hundefutter verstehen

Um zu verhindern, dass das enthaltene Fett nicht ranzig wird, werden Hundefutter Antioxidantien zugesetzt. Sie sind äußerst umstritten. Vor allem die synthetischen Stoffe wie BHA und BHT. Sie werden immer wieder mit der Entstehung von Krebs und Allergien in Zusammenhang gebracht. Aber auch Vitamin E und C sollten nicht als Antioxidantien im Hundefutter vorhanden sein. Es empfiehlt sich, Futter ohne Antioxidantien einzukaufen und dieses ordnungsgemäß zu lagern. Ähnliche Aufgaben kommen den Konservierungsmitteln zu. Sie sind nur bei Feuchtfutter notwendig und sollen Schimmelbildung oder die Entstehung von Bakterien verhindern. Sie sind an der E-Nummer erkennbar. Zuletzt gibt es dann noch die technologischen Zusatzstoffe, wie Stabilisatoren und Emulgatoren. So helfen Emulgatoren etwa dabei, Öl mit Wasser zu einer homogenen Flüssigkeit zu mischen.

Seriöse Futtermittelhersteller geben Auskunft

Es ist also keinesfalls einfach, durch diesen Dschungel aus Bezeichnungen und Wörtern zu blicken. Wer sich dennoch nicht wirklich sicher ist, ob das Futter für seinen Liebling geeignet ist, hat immer noch die Möglichkeit den Hersteller um detaillierte Angaben zu bitten. Seriöse Futtermittelhersteller, die nichts zu verbergen haben, machen das sicherlich gerne.

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