Der Hund schmatzt

Im Zusammenleben mit einem Hund können sehr seltsame und lustige Dinge passieren. So entwickeln unsere Vierbeiner mit der Zeit nicht selten spezielle Angewohnheiten, die uns nur noch den Kopf schütteln oder sogar in schallendes Gelächter ausbrechen lassen. Da gibt es Hunde, die den eigenen Schwanz jagen, solche, die unentwegt an ihren Pfoten schlecken, Hunde, die schnarchen, solche, die alles stehlen was sie finden oder Hunde, die unentwegt schmatzen. So lustig es manchmal auch aussehen mag, es muss keineswegs immer witzig sein, wenn der Hund sich unnatürlich benimmt. Bei manchen Gewohnheiten handelt es sich vielleicht um Ticks, die er erlernt hat, weil er Langeweile hatte. Andere Verhaltensweisen jedoch können auf ernste Zustände hinweisen. Für den Hundehalter ist es oft gar nicht einfach, eine harmlose Verhaltensweise von einem Symptom einer Krankheit zu unterscheiden. Wer einen Hund bei sich hat, der unentwegt schmatzt, der sollte ihn gut beobachten, denn auch schmatzen kann auf Krankheiten hindeuten.

Schmatzen kann eine schlechte Angewohnheit sein

Hunde schmatzen ebenso, wie wir das von manchen Menschen kennen. Die einen schmatzen weniger, andere aber umso mehr. Sie machen das beim Fressen, während des Kuschelns, des Schlafens oder einfach mal so zwischendurch. Bei manchen Vierbeinern kann dieses Schmatzen regelrecht unangenehm für den Halter werden, weil es entsprechend laut sein kann. Zum Schmatzen können dann weitere Symptome kommen wie Schlucken oder Lecken. Es empfiehlt sich in jedem Fall, den Hund genau zu beobachten. Wichtig ist, ob der Hund dieses Verhalten an den Tag legt, wenn er Langeweile hat. Vielleicht lässt er sich ablenken und vergisst dann völlig auf das Schmatzen. Ist das der Fall, so hat der Hund wahrscheinlich einfach im Moment nichts Besseres zu tun und wartet geradezu auf eine Ablenkung. Wenn das so ist, dann handelt es sich lediglich um eine Angewohnheit, die sich der Hund antrainiert hat. Vielleicht ist er häufig alleine zu Hause oder bekommt zu wenig Aufmerksamkeit. Genau diese Frage sollte man sich als Halter stellen, denn nur so kann dem Hund geholfen werden.

Das Abgewöhnen erfordert Geduld

Angewohnheiten, die der Hund im Laufe der Zeit erlernt, kann er auch wieder verlernen. Dazu sind allerdings meistens viel Geduld und Zeit notwendig. Es muss eine Beschäftigung gefunden werden, die dem Hund Spaß macht. So kann man ihn von seiner Schmatzerei ablenken und ihm zeigen, dass Spielen oder Toben viel besser ist. Allerdings ist das kein einfacher, sondern meist ziemlich langwieriger Weg, bis der Hund das erlernte Verhalten wieder verlernt hat. Mit vielen Leckerlis und viel Geduld ist es aber zu schaffen. Leichter funktioniert das Ganze oft mit professioneller Hilfe. Ein Hundetrainer kann ganz genau analysieren, wie dem Hund diese Angewohnheit wieder abzutrainieren ist. Damit ist sowohl dem Tier als auch dem Halter geholfen.

Zahnbeschwerden können Schmatzen auslösen

Schmatzen des Hundes kann jedoch auch auf gesundheitliche Probleme hindeuten. So zeigen sich etwa Zahn- oder Zahnfleischbeschwerden gerne durch übertriebenes Schmatzen. Das Gebiss des Hundes ist stark und kräftig. In früheren Zeiten mussten Hunde mit diesem Gebiss Beute festhalten und zerfleischen. Heute wird dem Hund zumeist Futter serviert, bei dem er sein Gebiss kaum mehr gebraucht. Durch diese modernen und industriell gefertigten Futtermittel steigt das Risiko von Zahnerkrankungen. Der erste Schritt dahin ist Zahnbelag. Er entsteht durch das tägliche Futter, das im Maulraum verbleibt. Unter Mithilfe von Bakterien entsteht Plaque, die sich an den Zähnen festsetzt. Die Zähne werden rau und es lagern sich weitere Schichten von Plaque auf ihnen ab. Durch Mineralstoffe, die im Speichel enthalten sind, verfestigt sich der Zahnbelag und wird mit der Zeit zu Zahnstein. Besonders betroffen von Zahnstein, sind Hunde, die viel Hecheln oder kurzschnäuzig sind. Diese Hunde haben eine geringere Speichelproduktion.

Zahnpflege beim Hund ist wichtig

Zahnstein kann sich dadurch besser festsetzen. Dieser Zahnstein zeigt sich als gelblich-braune Verfärbung auf den Zähnen und reicht bis zum Zahnfleisch hinauf. Mit der Zeit sorgt dieser Zahnstein für Entzündungen des Zahnfleisches und Karies. Der Hund hat in diesem Fall starke Schmerzen und eine komplette Zahnsanierung durch den Tierarzt ist unumgänglich. Wenn der Hund stark schmatzt, so kann dies ein Hinweis auf Zahnprobleme sein. In diesem Fall sollte unbedingt der Maulraum des Hundes untersucht werden. Im Zweifelsfall muss dies durch den Tierarzt erfolgen. Er kann mittels Röntgenuntersuchung auch feststellen, ob ein Zahn geschädigt ist. Vorbeugend sollte man dem Hund regelmäßig die Zähne putzen. Im Handel sind dazu geeignete Pflegeprodukte erhältlich. Das Zähneputzen sollte dem Hund bereits im Welpenalter gelernt werden, dann lässt er es, auch wenn er erwachsen ist, mehr oder weniger gerne über sich ergehen.

Der Hund schmatzt

Der Hund schmatzt auch bei einer Erkältung

Neben einer Zahn- oder Zahnfleischentzündung kann auch eine Entzündung des Rachenraumes oder der Mandeln vorliegen. Der Grund ist meistens eine Virusinfektion, wie sie auch bei uns Menschen häufig vorkommt. Der Hund hat sich vielleicht bei Artgenossen angesteckt und ist schlichtweg verkühlt, wie es in der Umgangssprache gerne heißt. Schmatzt der Hund aus diesem Grund, so ist auch das harmlos. Mit ein wenig Ruhe, Erholung und Hausmitteln ist ein Infekt rasch wieder behoben und das Schmatzen hat ein Ende.

Schmatzen und lecken wie verrückt

Nicht ganz so einfach zu beheben sind Magen- und Darmprobleme, die ebenso Grund für häufiges Schmatzen sein können. In vielen Fällen zeigen sich neben dem Schmatzen noch weitere Symptome. Es kann sein, dass der Hund intensiv und plötzlich zu lecken beginnt, er schluckt Luft und streckt auch den Hals. Zwischendurch speichelt das Tier und würgt. Auffällig ist das Lecken, denn der Hund macht vor nichts Halt. Er beleckt Möbel, Böden oder Wände, und zwar exzessiv. Einige Hunde werden regelrecht panisch. Im Freien beginnen sie sofort, Gras zu fressen. Diese Symptome deuten auf Probleme des Magen-Darm-Trakts hin. Zumeist ist die Ursache zu wenig oder zu viel Magensäure. Die Symptome treten dann manchmal sofort nach dem Füttern auf. Es kann aber auch erst nach einigen Stunden zum Unwohlsein kommen.

Auch Hunde können unter Sodbrennen leiden

Der Hundemagen produziert Magensäure mit einem sehr hohen Säuregehalt. Das ist wichtig um Fleisch gut verdauen zu können. Die Nahrung kommt nun durch die Speiseröhre in den Magen. Hier wird die Säure produziert, um sie aufzuschließen. Am Mageneingang sorgt ein Schließmuskel dafür, dass die Nahrung auch im Magen verbleibt. Funktioniert dieser nun nicht korrekt, gelangt Magensäure oder Nahrung die mit Säure versetzt ist, wieder zurück in die Speiseröhre. Der Auslöser für diesen Zustand ist beim Hund nicht einfach zu erkennen. Gründe können falsches Futter, Allergien oder Unverträglichkeiten, Stress oder Medikamente sein. Jeder dieser Schmatz- und Leckanfälle sollte sehr ernst genommen werden. Es gibt Annahmen, dass dieses Verhalten mit der gefährlichen Magendrehung in Zusammenhang stehen könnte. Zeigt der Hund also die genannten Symptome, sollte er dem Tierarzt vorgestellt werden. Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung und eines Blutbildes wird er versuchen, die Diagnose zu stellen. Eine Gastroskopie kann ebenso notwendig sein. Es ist möglich, dass er die Fütterung mit dem Hundehalter genau analysiert, um den Grund für das Sodbrennen herauszufinden.

Gesunde Ernährung für den Hund

Um dieser Problematik und damit dem Schmatzen vorzubeugen, ist gesundes und artgerechtes Hundefutter ohne Getreide von größter Bedeutung. Der Hund als Fleischfresser sollte hochwertiges Futter mit hohem Fleischanteil erhalten. Ideal ist, wenn dieser Anteil aus Muskelfleisch besteht, denn gerade das ist leicht verdaulich und liefert dem Hund wertvolle Proteine. Eiweiß ist der Baustoff des Lebens und daher für den Hund lebensnotwendig. Nicht ganz so wichtig für ihn sind Kohlenhydrate. Diese kann er im Notfall sogar selbst herstellen. Im Hundefutter reicht daher ein kleiner Anteil an Obst oder Gemüse. Gemüse kann es gerne mal ein wenig mehr sein. Obst dagegen sollte nur in Maßen gefüttert werden, weil es viel Zucker enthält. Der zweite lebensnotwendige Bestandteil von gesundem Hundefutter ist Fett. Hochwertige Öle, die essenzielle Fettsäuren enthalten sind von großer Bedeutung. Sie sorgen für einen geregelten Stoffwechsel und für eine korrekte Funktion aller Körperfunktionen. Auf Getreide und sämtliche synthetischen Zusatzstoffe sollte unbedingt verzichtet werden. Alle diese Stoffe stehen im Verdacht, Allergien auszulösen. Und Allergien wiederum können ein Grund für Schmatzen und Schlucken des Hundes sein.

Allergien beim Hund

Allergien sind Reaktionen des Hundekörpers auf gewisse Stoffe. Damit das Tier überhaupt eine Allergie entwickeln kann, muss es mit diesem Stoff bereits einige Male in Berührung gekommen sein. Im Falle einer Allergie reagiert das Immunsystem völlig übertrieben. Es kommt zu unterschiedlichsten Symptomen. Beim Hund kann sich eine Allergie als Problem der Haut äußern. Es kommt zu starkem Juckreiz. Allergien können sich aber auch in Form von Verdauungsbeschwerden zeigen. In diesem Fall kann es auch zum Schmatzen kommen. Um eine Allergie zu diagnostizieren, wendet man zumeist die Ausschlussdiät an. Hat man ein Allergen entdeckt, so muss es für ein ganzes Hundeleben gemieden werden. Eine Unverträglichkeit ist einer Allergie ähnlich. Jedoch ist bei der Unverträglichkeit das Immunsystem nicht involviert. Hunde können Unverträglichkeiten gegen Gluten, Lactose oder Fructose entwickeln.

Information ist wichtig

Um Schmatzen und Lecken also zu vermeiden oder in den Griff zu bekommen ist gesundes und artgerechtes Hundefutter ein idealer Grundstein. Bei industriell gefertigtem Hundefutter sollte unbedingt die Deklaration genau gelesen werden. Es ist manchmal gar nicht einfach, diese vielen Informationen korrekt zuzuordnen und das richtige Futter für den Hund zu finden. Daher sollten sich Hundehalter immer gut informieren, welches Futter den Ansprüchen des Tieres entspricht und ohne künstliche Zusätze auskommt. Eine gute Alternative ist Barf. Allerdings sollte man den Hund langsam daran gewöhnen und keinesfalls von einem auf den anderen Tag das Futter umstellen, denn auch das könnte Sodbrennen und Magen-Darmprobleme begünstigen.