Der Hund kratzt sich

Wie auch so manche Menschen haben auch unsere Hunde ihre ganz speziellen Eigenheiten. Einer schnarcht, wenn er schläft, einer fiept unentwegt, einer hat spezielle Vorlieben, wenn es um sein Lager geht und wieder andere stehlen alles, was nicht niet- und nagelfest ist. Und dann gibt es noch Ticks, die jedoch keine spezielle Eigenheit, sondern vielmehr ein Zeichen dafür sind, dass etwas mit dem Tier nicht stimmt. So gibt es Hunde, die unentwegt ihren Schwanz jagen und ihn im Ernstfall sogar blutig beißen. Es gibt Hunde, die wie Babys an einer Decke nuckeln, andere vergessen alles um sich herum, wenn ein Ball in der Nähe ist. Und dann gibt es Hunde, die ihre Pfoten lecken. Sie lecken und lecken, bis keine Haare mehr vorhanden sind und sogar die Haut zu bluten beginnt. Genau das sollte für jeden Hundehalter ein Alarmsignal sein. Denn in diesem Fall stimmt etwas nicht und dem muss auf den Grund gegangen werden.

Kratzen ist sehr unangenehm für den Hund

Ist ein Hund gesund und fit, so ist die Haut weder rissig noch spröde und sie darf auch nicht schuppen. Das Fell liegt schön an und glänzt. Kein Grund also, sich irgendwie zu kratzen oder zu lecken. Zeigt der Hund Anzeichen für Juckreiz, so kratzt er sich und beginnt zu lecken. In diesem Fall sollte unbedingt die Haut kontrolliert werden. Ist sie trocken, ist sie schuppig oder gar gerötet? Juckreiz muss immer ernst genommen werden, denn in manchen Fällen leidet das Tier Höllenqualen und hat keine Chance sich alleine aus diesem Kreislauf zu befreien, denn je mehr es kratzt und leckt umso schlimmer wird die Situation. Die Haut beginnt zu bluten, Bakterien können eindringen. Es kommt zu Entzündungen, die wiederum jucken. Man spricht in diesem Fall von Hotspots.

Die Haut ist ein wichtiges Organ

Wie beim Menschen ist die Haut auch beim Hund das größte Organ. Es hat viele Aufgaben. So schützt es das Tier vor äußeren Einflüssen und ist gleichzeitig Sinnesorgan. Hitze, Kälte, Feuchtigkeit aber auch Schmerz und eben Juckreiz sind zu spüren. Die Haut ist wichtig für den Wasserhaushalt des Körpers. Auf der Haut wächst das Fell, das für die Isolierung des Hundekörpers zuständig ist und als Schutz dient. Eine hochwertige und artgerechte Ernährung (zum Beispiel mit dem Anifit Nassfutter) ist auch für Haut und Fell besonders wichtig, denn nur wenn der Hund täglich alle notwendigen Nährstoffe erhält, kann sich der Schutzmantel gut entwickeln und immer wieder regenerieren. Juckreiz ist daher stets ein Zeichen, dass der Hund mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat. Die Haut kann dabei trocken und schuppig werden. Das Fell wird stumpf und matt oder geht sogar aus. Anhand des gestörten Hautbildes kann der Tierarzt oft schon eine vage Diagnose stellen.

Kratzen kann auf Probleme hindeuten

Kratzt und leckt sich der Hund nur gelegentlich so kann dies ganz ein-fach auf den Fellwechsel oder die regelmäßige Erneuerung der Haut hindeuten. Auch hier kommt es gelegentlich zu Juckreiz. Dies hat auch absolut nichts zu bedeuten. Tritt der Juckreiz jedoch häufiger auf und hält auch längere Zeit an, muss dem auf den Grund gegangen werden. Meist handelt es sich um ganz bestimmte Stellen. Beliebt sind etwa die Pfoten oder auch die haarlosen Stellen am Bauch. Vielleicht gibt es auch schon Anhaltspunkte, warum der Hund diesen Juckreiz verspürt. Wenn dies nicht der Fall ist, so sollten alle Möglichkeiten in Betracht gezogen werden.

Juckreiz aufgrund einer Nahrungsmittelunverträglichkeit oder einer Allergie

Einer der häufigsten Gründe für Juckreiz ist die Allergie oder Nahrungsmittelunverträglichkeit. Diese beiden Worte werden gerne in einem Zusammenhang verwen-det. Es gibt hier jedoch einen sehr markanten Unterschied. Während die Nahrungsmittelunverträglichkeit angeboren ist und von Geburt an besteht, entwickelt sich die Allergie langsam. Unverträglichkeiten sind häufig auf Getreide vor allem Weizen und Soja zurückzuführen. Man nimmt an, dass dies mit dem enthaltenen Gluten zu tun hat, das ja auch vielen Menschen Probleme bereitet. Viele Hunde reagieren auch auf Milch und Milchprodukte mit Unverträglichkeitsreaktionen. Es gibt einige Hunderassen, die eher zu Unverträglichkeiten neigen als andere. Darunter sind etwa der Irish Setter oder der Westhighland White Terrier. Bei einer Unverträglichkeit reagiert das Tier direkt auf einen bestimmten Stoff. Nimmt der Hund Laktose auf, reagiert er unmittelbar mit Durchfall. Er hat also eine Laktoseunverträglichkeit oder Laktoseintoleranz. Bei einer Unverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt. Anders sieht dies bei der Allergie aus. Bei der Allergie nimmt der Hund eine Substanz zu sich. Das Immunsystem reagiert nun völlig übertrieben auf diesen ungefährlichen Stoff und versucht ihn zu bekämpfen. Eine Allergie kann sich in jedem Lebensalter des Hundes manifestieren. Er muss dazu jedoch laufend mit dem Allergen in Verbindung gekommen sein. Genau das ist das Tückische an der Allergie. Jahrelang frisst der Hund eine Sorte Fleisch und von heute auf morgen ist er dagegen allergisch. Allergien werden meist durch Nahrungsproteine ausgelöst und zeigen sich eben in Juckreiz und auch Hautausschlag. Diese Symptome treten vorwiegend an den Pfoten, am Bauch, in der Leistengegend oder an den Ohren auf. Anders als die Futtermittelallergie tritt eine Pollen- oder Gräserallergie des Hundes meist in jüngeren Jahren auf. Auch bei der Allergie gibt es Rassen, die eher erkranken als andere. So ist hier etwa der Golden Retriever, der Schäferhund oder der Mops gefährdet.

Hund kratzt sich was kann man tun?

Einer Allergie auf die Schliche kommen

Allergien sind sehr schwer zu diagnostizieren. Ein simpler Allergietest, wie beim Menschen, ist beim Hund nicht eindeutig. Er ist mühsam und sehr kostspielig. Einfacher geht es mithilfe der Eliminationsdiät. In diesem Fall wählt man eine Proteinquelle, mit der das Tier noch keinen Kontakt hatte. Gerne wird hier Känguru, Rentier oder auch Pferd verwendet. Dazu kommt eine Kohlenhydratquelle wie etwa Kartoffeln. Diese Mischung erhält der Hund nun für rund zehn Wochen. Während dieser Zeit sollten sich die Symptome, also der Juckreiz deutlich bessern. Ist die Haut abgeheilt und der Juckreiz verschwunden, beginnt man langsam wieder andere Proteinquellen zum Futter zu geben. Immer nur eine Sorte und das für mehrere Tage. So kann man sofort das Allergen erkennen, wenn der Hund wieder beginnt, sich zu kratzen.

Andere Allergien

Neben den klassischen Nahrungsmittelallergien kann es sich auch um eine Kontaktallergie handeln, wenn der Hund sich unaufhörlich kratzt. In diesem Fall reagiert das Tier auf eine Substanz, die es über die Haut aufnimmt. Zumeist sind dies Putzmittel, Düngemittel oder Insektizide, die in seiner unmittelbaren Umgebung verwendet werden. Düngemittel und Schädlingsbekämpfungsmittel sollten in der Umgebung von Hunden unbedingt vermieden werden. Denn nicht nur Allergien drohen. Diese Mittel sind meist toxisch und können bei Tieren schwere Vergiftungen hervorrufen. Darum sollte das Tier stets vorsorglich dem Tierarzt vorgestellt werden, wenn es mit derartigen Mitteln in Kontakt geraten ist. Um die Behandlung zu erleichtern, ist eine Probe des entsprechenden Stoffes für den Tierarzt hilfreich.

Ein Hund muss ausgelastet sein

Wenn der Hund ständig unter Juckreiz leidet, so muss dies jedoch nicht zwangsläufig einen organischen Grund haben. Manche Tiere reagieren auf Stress oder auch auf Trauer mit Juckreiz. Zeigt der Hund also dieses Symptom, sollte der Hundehalter gut überlegen, was in letzter Zeit vorgefallen ist. Muss der Hund vielleicht über den Verlust eines geliebten Kameraden oder auch Menschen hinwegkommen? Hat die Familie vielleicht einen Umzug hinter sich? Gibt es innerhalb der Familie Stress, den der Hund spürt? Alle diese Tatsachen können dazu führen, dass der Hund Juckreiz ausbildet. Ebenso kann ein Hund sich unaufhörlich lecken, weil er schlichtweg unterfordert ist. Jeder Hund, egal wie groß, benötigt ausreichende Bewegung an der frischen Luft sowie geistige Auslastung. Wie viel davon der einzelne Hund braucht, hängt von Alter und natürlich auch der Rasse ab. Ein Neufundländer wird nicht glücklich werden, wenn er mit Herrchen joggen soll oder ihn Frauchen zum Radfahren mitnehmen möchte. Der Windhund sieht dagegen keinerlei Sinn darin, im See zu schwimmen. Wichtig ist artgerechte und ausreichende Bewegung, die dem Tier auch Spaß macht. Geistige Herausforderungen sind Spiele, bei denen Hund sich ein wenig anstrengen muss. Viele Tiere lieben es, wenn sie Gegenstände suchen müssen oder erraten müssen, wo das Leckerchen ist.

Parasiten verursachen kratzen

Bevor man nun aber gleich an Krankheiten oder Allergien denkt, wenn der Hund Juckreiz hat, sollte in erster Linie das Naheliegende untersucht werden. Hat der Hund vielleicht Parasiten? Flöhe sind bei Hunden keine Seltenheit und können das Tier – im wahrsten Sinne des Wortes – bis aufs Blut quälen. Flöhe sind nicht immer sofort erkennbar. Besteht der Verdacht, nimmt man einfach ein helles Tuch und legt es unter den Hund. Dann bürstet man das Tier mit einem feinzinkigen Kamm. Es fallen nun Partikel aus dem Fell. Nun befeuchtet man das Tuch und beobachtet, ob sich die Partikel verfärben. Werden diese rötlich, so handelt es sich um Flohkot, der das Blut des Hundes beinhaltet. In diesem Fall sollte der Hund sofort mit Flohmittel behandelt werden. Daneben müssen auch sein Hundebett und sämtliche Textilien sowie die Umgebung entfloht werden. Ein Flohbefall ist an sich harmlos. Nur bei kleinen oder stark geschwächten Tieren kann er unangenehme Folgen haben. Zu bedenken ist auch, dass Flöhe auch vor dem Menschen nicht haltmachen. Ebenso wie der Floh, sind auch Milben oder Läuse Parasiten, die beim Hund Juckreiz hervorrufen. Milben sind mit freiem Auge nicht erkennbar. Die Diagnose wird daher der Tierarzt stellen, der dazu ein Hautgeschabsel unter dem Mikroskop betrachten wird. Er wird dann eine entsprechende Therapie einleiten. Juckreiz beim Hund muss also nicht sein und auch der Hundehalter kann viel dazu beitragen, dass sein Tier ein schönes und angenehmes Leben mit hoher Qualität führen kann.