Barfen für den Welpen

Barfen ist für viele Hundebesitzer die ideale Fütterung für ihren Liebling. Beim Barfen erhält der Hund kein fertiges industriell gefertigtes Futter, sondern frische Zutaten. Diese Bestandteile werden bei jeder Mahlzeit individuell für das jeweilige Tier zusammengestellt. Barf orientiert sich direkt an der natürlichen Nahrung des Wolfes und gilt daher als artgerecht und gesund. Doch diese Art der Fütterung hat nicht nur Freunde. Viele Hundehalter und sogar Tierärzte stehen dem Barfen sehr negativ gegenüber. Ein Punkt, der immer wieder für Diskussionen sorgt, ist die Frage, ob diese Fütterungsart auch für Welpen geeignet ist.

Barf ist für jeden Hund geeignet

Beim Barfen wird der Hund mit rohen Bestandteilen gefüttert. Dazu zählen frisches Fleisch, Knochen, Knorpel, Obst, Gemüse, Kräuter und Öle. Diese Inhaltsstoffe werden für jede Mahlzeit je nach Bedürfnis des Tieres zusammengestellt. Dabei können die einzelnen Zutaten jederzeit variieren und auch den Vorlieben des Hundes angepasst werden. Wichtig bei der Rohfütterung ist eine korrekte Menge an Eiweiß. Damit auch Anfänger die richtige Mischung kreieren können, sind Ernährungspläne ideal, die in Zusammenarbeit mit Ernährungsexperten genau auf die Bedürfnisse des Hundes abgestimmt werden. Generell eignet sich Barf für alle Hunde jeden Lebensalters.

Die richtige Zusammensetzung

Bereits ab einem Alter von fünf Wochen kann rohes Fleisch zugefüttert werden. Gerade in diesem Alter ist eine Umstellung von der Muttermilch auf die Rohfütterung problemlos möglich. Das Ganze sollte natürlich über einen längeren Zeitraum erfolgen und nicht von heute auf morgen. Generell sollte der Welpe etwa vier bis acht Prozent seines eigenen Körpergewichtes an Frischfleisch erhalten. Zu Beginn muss die Tagesration auf etwa vier bis fünf Mahlzeiten aufgeteilt werden. Mit der Zeit kann auf zwei Mahlzeiten reduziert werden. Wichtig dabei ist, dass vorerst leicht verdauliche und proteinreiche Zutaten verwendet werden. Diese sollten möglichst gut zerkleinert werden. Entweder wird alles sehr klein geschnitten oder überhaupt gleich zu Brei püriert. Langsam sollte dieser Brei dann zu festen Mahlzeiten werden. Empfehlenswert sind zu Beginn Rinderhack, Pferdehack und Rinderherz. Beim Obst und Gemüse sind Äpfel, Möhren, Bananen und Zucchini optimale Beigaben. Wichtig für die Kleinen ist hochwertiges Öl wie Lachsöl, Nachtkerzenöl oder Hanföl. Bei besonders aktiven Welpen oder Tieren, die schlecht zunehmen, dürfen auch Kartoffeln und Reis nicht fehlen.

Umstellung auf festes Futter

Mit der 6. bis 7. Lebenswoche sind die Milchzähne zumeist bereits ausgebildet und die Mutter entwöhnt die Welpen von der Muttermilch. Jetzt darf der Speiseplan der Zwerge um Geflügel, Kalb, Pansen und Ähnliches erweitert werden. Daneben können fleischige Knochen, Hühnerhälse oder Hühnerflügel gegeben werden. Sie sorgen für das notwendige Kalzium. Wenn es sich beim Welpen um einen Schlinger handelt, ist es empfehlenswert, die Knochen vorab durch den Fleischwolf zu drehen. Große Kalbsknochen sind ideal für die kleinen Zähne und sind eine perfekte Beschäftigung. Bei der Zusammenstellung der Mahlzeit geht man davon aus, dass 80 Prozent aus Fleisch und 20 Prozent aus Obst und Gemüse bestehen sollten. Gerade beim Welpen und beim Junghund ist es besonders wichtig, dass jede Futterportion ausgewogen ist und alle Nährstoffe enthält, die für das Wachstum notwendig sind.

Folgen falscher Ernährung

Ist der Speiseplan des Welpen nicht an seine Bedürfnisse angepasst, kann dies zu schwerwiegenden Erkrankungen führen. So kann etwa ein Energieüberschuss, also zu viel Futter, zu schmerzhaften Wachstumsstörungen führen. Ein zu viel an Futter sorgt dafür, dass der Hund extrem schnell wächst. Das Skelett ist jedoch noch nicht reif für das zusätzliche Gewicht. Die unreifen Gelenke und Knochen werden außerordentlich belastet. Es kommt zu Gelenksveränderungen, Knochenabsplitterungen und Lahmheiten. Darüber hinaus sind Hunde, die bereits im Welpenalter zu viel Gewicht ansetzen, auch im späteren Leben für Übergewicht anfällig. Das führt zu weiteren schweren Erkrankungen und Schäden am Skelett. Auch ein Eiweißmangel wirkt sich schädlich auf den jungen Hund aus. Es kommt zu Wachstumsstörungen. Der Hund bleibt zu klein, ist träge und apathisch.

Erfahrung ist wichtig

Barfen für den Welpen

Barfen für den Welpen

Während des dritten und elften Lebensmonats ist ein ausgeglichener Mineralhaushalt besonders wichtig. Erhält der Hund während dieser Zeit zu viel Vitamin D, Kalzium oder Phosphor stört dies den korrekten Skelettaufbau. Deformierte Beine, Gelenkabsplitterungen, Brüche und Verkalkungen sind die Folge. Aus all diesen Gründen sollten Hundebesitzer ihre Welpen nur dann mit Barf ernähren, wenn sie bereits umfangreiche Erfahrungen mit dieser Ernährungsweise gesammelt haben. Eine andere Möglichkeit ist es einen professionellen Ernährungsexperten zurate zu ziehen. Für alle anderen Hundebesitzer ist eine Ernährung des Welpen mit speziellem Welpenfutter angeraten.