BARF

Barf Hundefutter

Es ist noch gar nicht so lange her, da lebten Hunde auf dem Hof oder im Garten. Sie lebten in Hundehütten oder waren sogar angekettet. Sie galten als Arbeitshunde, die den Besitz schützen sollten. Gefüttert wurden sie mit allem, was im Haus nicht mehr gebraucht wurde. Speiseabfälle waren das tägliche Brot dieser Tiere. In den letzten Jahren hat sich das deutlich verändert. Menschen lieben ihre Hunde und leben auch auf engstem Raum mit ihnen zusammen. Bei der Fütterung wird immer größerer Wert auf artgerechtes und naturnahes Futter gelegt. Kein Wunder, dass man hier nun wieder zu den Wurzeln zurückgeht. So sehen heute viele Hundebesitzer Hundefutter Barf als die artgerechteste Ernährung ihres Hundes an.

Fütterung von rohen Zutaten

Der Begriff Barf bedeutet „bones and raw food“ also Knochen und rohes Futter. Barf orientiert sich an den natürlichen Verhaltensweisen der Vorfahren unserer Hunde – der Wölfe. Sie jagen und fressen rohes Fleisch. Auch die Knochen werden von den Tieren verwertet. Ab und an stehen auch Beeren oder anderes Obst und Gemüse auf dem Speiseplan. Genau daran orientiert sich Barf Hundefutter. Der Hund wird mit rohem Fleisch, Knochen, Knorpeln und püriertem Obst und Gemüse gefüttert. Der Vorteil dabei liegt klar auf der Hand. Wichtige Nährstoffe wie Enzyme, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente werden nicht durch Kochen oder Erhitzen zerstört.

Fütterung ohne schädliche Zusätze

Diese naturnahe Ernährung soll für glänzendes Fell, weniger Körpergeruch und saubere Zähne sorgen. Daneben soll die natürliche Immunabwehr gestärkt werden. Klassischem Fertigfutter werden häufig Zusätze wie künstliche Aroma- und Farbstoffe oder auch Konservierungsstoffe zugesetzt, die sich nachteilig auf die Gesundheit des Tieres auswirken können. Zivilisationskrankheiten wie Allergien, Diabetes und Unverträglichkeiten, die durch industriell gefertigtes Futter erst entstehen, haben somit keine Chance. Nicht wenige Hundebesitzer steigen auf Hundefutter Barf um, weil ihr Hund gerade an derartigen Erkrankungen leidet. Geeignet ist diese Art der Fütterung generell für jeden Hundetyp und jede Rasse. Allerdings gibt es so einiges zu beachten.

Fütterung nach Bedarf

Beim Barf Hundefutter muss der Hundebesitzer sich mit dem Thema sehr genau auseinandersetzen. Jede Mahlzeit des Tieres wird individuell und frisch gemischt. Das ist zu Beginn sicherlich arbeits- und zeitintensiv. Hier können spezielle Ernährungspläne helfen, die zu Beginn mit Experten ganz nach dem Bedarf des Hundes ermittelt werden sollten. Mit der Zeit wird auch das Barfen zur täglichen Routine und geht leicht von der Hand. Eine große Hilfe stellen hier die entsprechenden Küchenutensilien wie Fleischwolf, Pürierstab und scharfe Messer dar. Allerdings können heute die einzelnen Komponenten für Hundefutter Barf schon im Fachhandel fertig bezogen werden. Neben Fleisch, Knochen, Obst und Gemüse sind Kräuter, Öle und auch Vitaminmischungen erhältlich um die tägliche Fütterung bedarfsgerecht zusammenstellen zu können.

Vorsicht bei der Knochenfütterung

Nicht jeder Tierarzt reagiert positiv, wenn der Hundehalter dieses Thema anschneidet. Viele Tierärzte haben deutliche Bedenken gegen Hundefutter Barf. Die Gründe dafür sind unterschiedlicher Art. Oft wird das Argument der Salmonellen und Bakterien ins Spiel gebracht. Wer mit rohem Fleisch arbeitet, muss dies mit der entsprechenden Hygiene machen. So sollte auch beim Barf Hundefutter ebenso vorgegangen werden wie bei der Zubereitung einer Mahlzeit für die Familie. Ein weiteres Argument ist die Gabe von Knochen. Sie ist bei manchen Hunden äußerst bedenklich. Ist ein Hund nicht daran gewöhnt Knochen zu fressen oder ist er sehr sensibel, so kann die Gabe zum sogenannten Knochenkot führen. Der Kot wird steinhart und verfärbt sich weiß. In harmloseren Fällen reagiert der Hund mit Verstopfung. Verbleibt der Kot aber längere Zeit im Darm, wird ihm weiter Wasser entzogen. Der Kot verdickt sich zementartig und es kommt zu einem Darmverschluss. Dieser Zustand ist immer lebensbedrohend. Knochensplitter können den Darm schwer schädigen und zu lebensgefährlichen Perforationen führen. Gegen geringe Mengen von Knochen ist nichts einzuwenden, sofern der Hund sie verträgt. Sie reiben Zahnbeläge ab und versorgen das Tier mit Mineralstoffen. Harte größere Knochen sind ein idealer Zeitvertreib.

Schweinefleisch darf nicht verfüttert werden

Generell kann für Hundefutter Barf jede Fleischsorte gewählt werden. Die einzige Ausnahme bildet Schweinefleisch. Es gilt als Überträger des gefährlichen Aujeszky-Virus. Die Aujeszky-Krankheit wird auch als Pseudowut bezeichnet und verläuft in jedem Fall tödlich für den Hund. Viele europäische Länder wie auch Deutschland gelten seit Jahren als Aujeszky-frei. Dennoch kann eine Ansteckung nie völlig ausgeschlossen werden. Rohe Produkte vom Schwein müssen in der Hundeernährung daher tabu sein. Obst und Gemüse können bei Barf Hundefutter ganz nach Belieben verwendet werden. Damit der Hund die pflanzlichen Stoffe besser verwerten kann, ist es empfehlenswert diese zu pürieren. Hundebesitzer können bei der Zusammenstellung der Mahlzeit für ihren Liebling sehr kreativ sein und immer Neues ausprobieren. Wichtig dabei ist, dass der Hund es mag und körperlich und geistig fit und gesund ist. Ob dies auch wirklich so ist, kann durch regelmäßige Kot- und Blutuntersuchungen beim Tierarzt leicht festgestellt werden.

Vorteile von Barfen

Vor- und Nachteile haben alle Ernährungsmodelle. Was spricht für das Barfen? Barfen ist die Antwort auf die industrielle Herstellung von Hundenahrung. Ziel ist es, die Krankheiten, die mit der modernen Technik verbunden sind, minimal zu halten. Halter und Tierärzte begannen sich auf das Ursprüngliche zu konzentrieren und überlegten sich, was dem Hund in der Ernährung gut bekommt.

In puncto Preis kann das Barfen viele Gegenargumente entkräften. Wer bei den Zutaten verschiedene Angebote vergleicht, erhält nicht nur eine qualitativ hochwertige Nahrung. Der Preis bewegt sich im gleichen Bereich, wie das günstigste industriell hergestellte Futter.

Wäre im Wort BARF der Buchstabe I, würde es für Individualität stehen. Individuell daher, da es mit dem Barfen möglich ist, Nahrung speziell für den eigenen Hund herzustellen. Ganz nach seinen Bedürfnissen. Ohne Zusatzstoffe.

Abwechslung macht das Barfen zusätzlich Interessant. Einzelne Zutaten können jederzeit ausgewechselt werden. So können wirklich alle wichtigen Bestandteile der Nahrung aufgenommen werden. Positiver Nebeneffekt: Es kann gleichzeitig auf die Vorlieben des Hundes eingegangen werden.

Sind die richtigen Knochen gewählt worden profitieren auch die Zähne. Durch die Reibung der Zähne am Knochen wird unnötiger Zahnstein beseitigt. Aufgrund der Zahnreinigung wird wiederum der Mundgeruch zu großen Teilen minimiert. Zusätzlich ist ein geeigneter Knochen eine gute Beschäftigung. Vorsicht: Knochen gehören nicht auf den täglichen Ernährungsplan.

Planung ist das A und O

Wer als Hundehalter überlegt zur Hundenahrung Barf zu wechseln, darf sich nicht von den zahlreichen Informationen und Möglichkeiten erschrecken lassen. Wird auf eine gute Grundlage geachtet, steht einer guten Ernährungsmöglichkeit nichts im Wege.

Bevor mit dem Barfen angefangen wird, sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Welche Nährstoffe benötigt der Hund? Nicht jede Zusammenstellung lässt sich 1:1 für jeden Hund verwenden.
  • Wo ist das Rohfleisch erhältlich? Wichtig ist ein qualitativ hochwertiges Produkt. So können zahlreiche Verunreinigungen und Gefahren minimiert werden. Einige Tierfachgeschäfte bieten einzelne Komponente für das Barfen an.
  • Mag der Hund Rohfleisch? Den meisten Hunden liegt die Vorliebe für rohes Fleisch in den Genen. Dennoch gibt es einige Ausnahmen.
  • Verträgt der Hund überhaupt rohes Fleisch? Manche Hunde haben Schwierigkeiten mit rohem Fleisch als Hauptnahrungsquelle. Dort sollte nach Alternativen zum Barfen gesucht werden.

Wissenswertes über BARF

Der Begriff BARF wurde im Zusammenhang mit Hundenahrung zum ersten Mal von einer Kanadierin verwendet. Zunächst stand das Akronym für den Halter, der den Hund fütterte, genauso, wie für die Fütterungsmethode. Ursprünglich standen die Buchstaben für Born-Again Raw Feeders, was soviel heißt wie wiedergeborene Rohfütterer. Im Laufe der Zeit wandelten sich die Buchstaben von BARF in Bones And Raw Foods, also Knochen und rohes Futter.

In Deutschland machte sich das Barfen in den 1990er Jahren unter den Hundehaltern bekannt. Allerdings mit Startschwierigkeiten, die wegen eines Missverständnisses entstanden sind. Bei dem Versuch zu verstehen, was Barfen bedeutet, wurde das englische Wort to barf zugrunde gelegt, was so viel wie „sich übergeben, kotzten“ bedeutet.